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Der offizielle Blog von BNP Paribas Asset Management

Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Finanzsystem

Der Übergang zu einem globalen nachhaltigen Finanzsystem nimmt an Tempo zu. Auf der ersten PRI Sustainable Finance Policy Conference im September erklärte der Vorstandsvorsitzende von BNP Paribas Asset Management, Frédéric Janbon, dass nachhaltige Finanzwirtschaft zwar die Agenda für politische Entscheidungsträger, Regulierungsbehörden und Investoren nach oben verschiebt, aber dennoch viel daran gearbeitet werden muss. Wir haben die wichtigsten Punkte in dieser Ausgabe von The Intelligence Report dargelegt.
  • Weitere Koordinierung und Standardisierung sind erforderlich, um mehr Klarheit für Investoren zu schaffen
  • Notwendigkeit eines gemeinsamen Verständnisses von ESG-Integration
  • Bessere Qualität und Zugang zu Daten und Research
  • Das "S" in ESG nicht vergessen - wir brauchen ein sozial integratives Finanzsystem

In den letzten Jahren nahmen nachhaltigkeits-bezogene Regulierungen nach Stewardship (z.B. der britische Stewardship Code und die EU-Aktionärsrechtsrichtlinie) und Transparenz der Unternehmen und Vermögensverwaltern/Eigentümern zu. Damit erkennen wir langsam ganzheitlichere Ansätze. Ein Paradebeispiel dafür ist der Aktionsplan der Eropäischen Kommission - das fortschrittlichste und umfassendste politische Paket zur nachhaltigen Finanzierung. Dieser hat zunehmend das Interesse der etablierten Regulierungs- und Aufsichtsbehörden wie der von den Zentralbanken angeführten Gruppe Network for Greening the Financial System (NGFS) geweckt. Derartige Fortschritte sind wünschenswert, aber wir müssen die politischen Entscheidungsträger an die Notwendigkeit erinnern, die eingeleiteten Maßnahmen weltweit zu koordinieren und zu standardisieren. Es gibt eine ganze Reihe von Prioritäten.

Standardisierte verbindliche Berichterstattung auf Unternehmensebene bzgl. CO2-Emissionen

Präzise und vergleichbare Informationen zu CO2-Emissionen von Unternehmen sind eine wichtige Voraussetzung für ein effektives Management klimabezogener Risiken. Viele Unternehmen melden freiwillig Emissionen und weitere Klimainformationen. In einigen Rechtssystemen ist dies obligatorisch, deckt aber tendenziell nur direkte CO2-Emissionen ab, konzentriert sich nur auf einige Sektoren oder verlangt keine standardisierten Informationen in Haupt-Finanzberichten. Dies führt zu unvergleichlichen, inkonsistenten, dürftigen und wenig klimabezogenen Daten, die von Investoren unmöglich zu bewerten sind. Großbritannien hat ein einzigartiges Gesetz zur Offenlegung von CO2-Emissionen eingeführt, das die Treibhausgasemissionen börsennotierter Unternehmen deutlich verringert hat. Dies zeigt, dass verbindliche standardisierte Datenanforderungen in Finanzberichten zu einer deutlichen Verringerung der CO2-Emissionen führen könnte. Wir setzen und sehr für die Einführung der Empfehlungen der Task Force of Climate-related Financial Disclosure ein. Für Europa würde dies bedeuten, dass die EU die Leitlinien der Technical Expert Group on Sustainable Finance verbindlich festlegt. Die aktualisierten Leitlinien, in die die Empfehlungen der TCFD eingeflossen sind, untermauern die Richtlinie über die Nichtfinanzberichterstattung.

Globale Taxonomie: Eine gemeinsame Sprache

Außerdem müssen wir jetzt beginnen, auf eine wissenschaftliche, evidenzbasierte globale Taxonomie hinzuarbeiten. Obwohl wir verstehen, dass eine globale Taxonomie vielleicht nicht zu den lokalen Bedürfnissen und Umständen aller passt, könnten es die zugrundeliegenden Prinzipien, Rahmenbedingungen, Methoden und Kennzahlen der EU-Taxonomie schon. Eine globale Taxonomie wird uns helfen, das gleiche Verständnis darüber zu bekommen, was eine ökologisch nachhaltige Aktivität ist. Sie wird dabei helfen, den Finanzmärkten und Investoren größeres Vertrauen in grüne Finanzprodukte zu geben.

Genau festlegen, was ESG-Integration bedeutet

Ebenso wichtig ist ein gemeinsames globales Verständnis darüber, was ESG-Integration bedeutet. Dies wird dringlicher, da die Investitionsregulierung die ESG-Integration fördert. Wir befürworten einen prinzipienbasierten, anteilsmäßigen Ansatz, um Mindeststandards zu gewährleisten. Diese tragen dazu bei, Ängste vor "ESG-Washing" zu mindern und gleichzeitig eine ausreichende Flexibilität für die Anlagestrategie und die zugrundeliegenden Vermögenswerte jedes Anlageprodukts zu ermöglichen, die berücksichtigt werden müssen. Wir brauchen eine gemeinsame Definition zu SRI, Impact Investing etc. Die PRI, die EUROSIF und andere Organisationen sind bei der Entwicklung eines Rahmens für Mitglieder weit gekommen. Wir müssen nun die vielen bestehenden Definitionen und Praktiken mit denen aus rechtlichen und regulatorischen Quellen in Einklang bringen, um Klarheit zu schaffen. Die Wichtigkeit eines gemeinsamen Verständnisses sowie Mindeststandards dürfen nicht unterschätzt werden. Sie werden das Vertrauen in den Markt, insbesondere den Privatkundenmarkt, stärken. In Europa ist dies noch dringender, da ESG-Überlegungen in die Anlageberatung einbezogen werden sollen. Dies könnte eine echte Wende darstellen, wenn es darum geht, Kleinanleger zu erreichen. Sie werden ihnen helfen, festzustellen, ob ein Finanzinstrument ihre Ziele und Präferenzen erfüllt.

Bessere Qualität und Transparenz der ESG-Daten und Research

Die ESG-Datenanbieter und viele Research-Agenturen haben entscheidend dazu beigetragen, die Entwicklung von Methoden und Indikatoren zur Bewertung der ESG-Leistung der Unternehmen zu leiten. Das Fehlen von Mindeststandards für einige grundlegende Leistungsindikatoren sowie das Fehlen von Marktstandards für die Bewertung der Leistung von Unternehmen machen Transparenz jedoch äußerst wichtig. Als Anleger müssen wir verstehen, wie ESG-Research-Anbieter und Ratingagenturen ESG-Faktoren berücksichtigen. Ebenso wichtig ist es, Interessenkonflikte und übermäßige Marktbeeinflussung in einem zunehmend konzentrierten Markt, der mit der Integration der ESG an Macht gewinnt, zu vermeiden. Gesunder Wettbewerb und Transparenz sind für einen innovativen, funktionierenden Finanzmarkt von entscheidender Bedeutung.

Vergessen Sie das "S" nicht

Natürlich geht es bei ESG nicht nur um Umwelt und Governance. Wir sollten das soziale "S" nicht vergessen. In der aktuellen politischen Lage müssen wir ein Wirtschafts- und Finanzmodell schaffen, das sozial integrativer ist. Ein steigender Anteil der Bevölkerung blieb zurück, während die sich verschärfende Ungleichheit Gefahr läuft, Gesellschaften zu spalten, das Wirtschafts- und Unternehmenswachstum zu untergraben und den Übergang zu verlangsamen. Diesen März haben wir die Global Sustainability Strategy (Globale Nachhaltigkeitsstrategie) veröffentlicht. Es skizziert unsere Vision für eine nachhaltige Zukunft und unseren Umsetzungsplan für die nächsten drei Jahre, einschließlich der Integration von ESG-Überlegungen in unsere Portfolios weltweit. Wir betrachten drei Themen als entscheidend für ein nachhaltigeres Wirtschaftssystem:
  • Die Energiewende
  • Ökologische Nachhaltigkeit
  • Gleichheit und integratives Wachstum
Wir richten unser Investmentresearch, unsere Portfolios, unser Berichtswesen sowie unsere Unternehmens- und aufsichtsrechtlichen Verpflichtungen an den "3Es" aus. Mehr Gleichheit und integratives Wachstum sind für uns eine grundlegende Voraussetzung für eine nachhaltige Zukunft. Aus diesem Grund schloss sich BNP Paribas der OECD-Koalition "Business for Inclusive Growth" an. Als Unterzeichner der PRI haben wir uns verpflichtet, "aktive Eigentümer zu sein und ESG-Fragen in unsere Eigentümerpolitik und -praxis einzubeziehen" (Grundsatz 2). Dementsprechend haben wir unsere Strategie zur Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern in Fragen der Nachhaltigkeit veröffentlicht. Damit verfolgen wir eine verpflichtende Berichterstattung zu Themen wie:
  • Die Vorstandschef-Mitarbeiter-Entgeltquote
  • Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen
  • Mehr Transparenz bei Lobbying-Praktiken und Arbeitsstandards in den Lieferketten

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