BNP AM

Der offizielle Blog von BNP Paribas Asset Management

Die Erderwärmung schreitet immer schneller voran

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat kürzlich einen Lagebericht zum Weltklima mit dem Titel „WMO-Bericht zum Zustand des globalen Klimas 2016“ veröffentlicht. Dieser Artikel stellt eine alarmierende bisherige Entwicklung der Klimabedingungen fest.

WMO

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat kürzlich einen Lagebericht zum Weltklima mit dem Titel „WMO-Bericht zum Zustand des globalen Klimas 2016“ veröffentlicht. Dieser Artikel stellt eine alarmierende bisherige Entwicklung der Klimabedingungen fest.

Er bestätigt im Wesentlichen, dass das Jahr 2016 das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen war. Der Temperaturanstieg seit dem vorindustriellen Zeitalter betrug demnach 1,1°C, und lag damit 0,83°C über dem errechneten Durchschnitt für den Referenzzeitraum 1961-1990. Weiterhin lag der Anstieg 0,52°C über dem für 1981-2010 und 0,06°C über dem bisherigen im Jahr 2015 festgestellten Höchststand. Das Jahr 2016 ist somit das wärmste seit dem vorindustriellen Zeitalter. Dies gilt sowohl für die Ozeane als auch für die Landmasse, für die nördliche ebenso wie für die südliche Halbkugel.

Sollten sich die Treibhausgasemissionen im momentanen Tempo weiterentwickeln, so wird die Erde - den Experten von IPCC zufolge - bereits in 2040, d.h. in weniger als 25 Jahren, den schicksalhaften Temperaturanstieg von 2°C erreicht haben.

Auch andere Messungen bestätigen diesen Wandel. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre hat 2016 mit 400,0 ppm (parts per million) einen neuen Höchststand erreicht und die maximale Größe der Eisfläche war 2016 im Jahresvergleich die kleinste bisher verzeichnete. Zudem war die Meeresoberflächentemperatur im weltweiten Durchschnitt 2016 die höchste, die bisher gemessen wurde, und der durchschnittliche Meeresspiegel hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts um 20 cm erhöht. Dies ist vor allem der Erwärmung der Ozeane sowie der Gletscher- und Eiskappenschmelze zuzuschreiben. Dem Welt-Gletscher-Beobachtungsdienst (World Glacier Monitoring Service) zufolge hat sich außerdem der Rückgang der Berggletscher im Jahre 2016 fortgesetzt.

2016 hat sich die Erderwärmung beschleunigt, was durch den starken El Niño 2015/16 vor allem zu Beginn des Jahres weiterhin verstärkt wurde. In den Jahren, in denen in der Vergangenheit eine sehr starke El Niño-Phase endete (zum Beispiel 1973, 1983 und 1998), war generell eine zusätzliche Erwärmung um 0,1-0,2°C Grad zu beobachten -2016 bildete hier also keine Ausnahme. In bestimmten Regionen hat sich die bereits kritische Lage zunehmend verschärft. Das Phänomen El Niño hatte unvorhergesehene Auswirkungen. Zum Beispiel hat es 2015 die Zunahme der CO2-Konzentration in der Atmosphäre begünstigt. Dies war auf die geringere CO2-Aufnahme der Vegetation in den Regionen zurückzuführen, die von der durch El Niño verstärkten Trockenheit betroffenen waren. Die zunehmenden Waldbrände infolge dieser Trockenheit tragen ebenso zu einer höheren CO2-Konzentration bei.

Die Folgen dieser klimatischen Störungen und Anomalien können für den Schutz der Artenvielfalt und für die betroffenen Bevölkerungen dramatisch sein.

So haben die sehr hohen Meerestemperaturen die Korallenbleiche in bestimmten tropischen Regionen (wie in Okinawa oder entlang des Great Barrier Reef vor der Küste Australiens) begünstigt. Die Fidschiinseln berichten eine höhere Sterblichkeitsrate in den Fischereigebieten. Die deutlich über dem Normalwert liegende Meeresoberflächentemperatur (die örtlich eine Differenz von +3°C erreicht hat) hat die physische, chemische und biologische Zusammensetzung der Meeresumwelt verändert und indirekt die Nahrungsketten und Meeres-Ökosysteme gestört. Dies hat de facto die Fischereiaktivitäten, die für die lokalen Bevölkerungen in sozio-ökonomischer Hinsicht wichtig sind, beeinträchtigt. Besonders der Nordosten Brasiliens  war von einer außergewöhnlichen Trockenheit betroffen. Nach den starken Regenfällen im Januar 2016 wurden im Laufe des restlichen Jahres kaum Niederschläge verzeichnet. 2016 lag die Getreideproduktion des Landes 22% unter dem Durchschnitt der  vergangenen 5 Jahre. Anhaltende Dürren haben Millionen von Menschen im östlichen und südlichen Afrika sowie in Mittelamerika in die Ernährungsunsicherheit gestürzt. Der Hurrikan Matthew hat die Bevölkerungen von Haiti, Cuba und der Dominikanischen Republik hart auf die Probe gestellt und zudem in den USA erhebliche wirtschaftliche Verluste verursacht. Schließlich wurden Ost- und Südasien von starken Regenfällen und großen Überschwemmungen heimgesucht.

Durch die Investitionen unserer nachhaltigen Fonds in Unternehmen, die zu einer Reduktion von Treibhausgasen beitragen, steuert BNPP AM seinen Teil zur Lösung des Problems der globalen Erwärmung bei. Gleichzeitig ist BNPP AM in Arbeitsgruppen im Bereich Klimawandel von zahlreichen internationalen Anlegerkoalitionen aktiv und ermutigt Unternehmen zu einer besseren ESG-Praxis.


Verfasst am 23.10.2017

In Verbindung stehende Artikel

Wöchentliche Updates, direkt in Ihr Postfach

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Wirtschafts- und Markttrends dieser Woche sowie Einblicke in die Zukunft.

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein
Bitte aktivieren Sie die Kontrollkästchen unten, um sich anzumelden