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Der offizielle Blog von BNP Paribas Asset Management

Die Kreislaufwirtschaft: Verbesserung und Anlagemöglichkeit zugleich

Investitionen in Unternehmen, die im Bereich der Kreislaufwirtschaft aktiv sind (oder sich im Übergang dahingehend befinden), können sich langfristig auszahlen. Sébastien Soleille, Head of Energy Transition bei BNP Paribas, und Bertrand Alfandari, ETF & Index Solutions bei BNP Paribas Asset Management, klären auf.

Was ist die Kreislaufwirtschaft und was sind die größten Herausforderungen?

Sébastien: Das "lineare" Wirtschaftsmodell, das einem "take-make-dispose"-Muster (Konsum- und Wegwerfgesellschaft) folgt, ist langfristig nicht tragfähig. Es bedarf eines neuen Produktions- und Verbrauchsmodells: Ein zyklisches, das in der Verlängerung der Lebensdauer von Produkten, der Reduzierung und Wiederverwendung von Abfall und dem Leasing sowie der gemeinsamen Nutzung von Waren und Dienstleistungen besteht. Einige der wichtigsten Herausforderungen sind die Verbesserung der Abfallbewirtschaftung, die Reduzierung von Treibhausgasemissionen und die Konzeptüberarbeitung der geplanten Obsoleszenz von Produkten.

Abbildung 1: Die Five Circular Business Models*

circular economy* Business models identified by Accenture in its analysis of more than 120 case studies of companies that are improving resource productivity in innovative ways. Source: Accenture, ECPI, BNP Paribas Asset Management; as of 30/04/2019. For illustration purposes only

Was macht BNP Paribas als Unternehmen in diesem Bereich?

Sébastien: Wir engagieren uns in vielerlei Hinsicht für die Kreislaufwirtschaft, unter anderem indem wir:
  • daran arbeiten, den eigenen Papierverbrauch zu reduzieren und Altpapier oder Papier aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern zu kaufen, mehr Abfall recyceln
  • Produktservicesysteme entwickeln, die sich auf die Nutzung eines Vermögenswerts anstatt auf den Besitz konzentrieren
  • mit Partnern wie der Ellen MacArthur Foundation zusammenarbeiten

Welche Rolle spielt das Asset Management in der Kreislaufwirtschaft?

Bertrand: In einer sich rasch verändernden Welt wird die Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle beim Schutz der natürlichen Ressourcen unseres Planeten spielen. BNP unterstützt den Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft, indem es diejenigen Player finanziert, die in der Kreislaufwirtschaft aktiv sind und insbesondere diejenigen, die innovativ sind, ihr Leasingangebot weiterentwickeln und selbst positive Maßnahmen ergreifen.

Können Sie Beispiele von Unternehmen nennen, die in der Kreislaufwirtschaft tätig sind?

Bertrand: Ein Beispiel ist Nike [1]. Nike ist im Index integriert, da es sich verpflichtet hat, das Geschäft mit der Hälfte der Auswirkungen zu verdoppeln. Nikes Bemühungen zur Abfallbekämpfung konzentrieren sich auf effizientere Design- und Fertigungstechnologien. Im Jahr 2015 verarbeitete Nike 54.000 Tonnen Fabrikabfall zu hochwertigen Materialien für Schuhe und Bekleidung. IBM [1] ist ein weiterer wichtiger Akteur beim Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft. Seit mehr als 30 Jahren betreibt IBM eine IT-Equipment-Recovery-Einheit, die fast 30.000 Geräte pro Woche verarbeitet. Mehr als 99% der an IBM zurückgegebenen IT-Endgeräte und Produktabfälle werden wiederverwendet oder recycelt. In einem völlig anderen Einsatzbereich werden in Caterpillars [1] Reproduktions- und Umbauprogrammen Bauteile und Maschinen modernisiert, anstatt sie einfach zu reparieren oder zu ersetzen. Das reduziert den Abfall und minimiert den Bedarf an Rohstoffen für neue Teile. Schließlich weist Heineken [1] eine Recyclingquote von 97% für Nebenprodukte, Verpackungen und Industrieabfälle auf.

Wie investiert man in Unternehmen, die in der Kreislaufwirtschaft tätig sind?

Bertrand: Der ECPI Circular Economy Leaders Equity Index ist eine Möglichkeit, dies zu tun. Dabei handelt es sich um einen auf Euro lautenden Index von 50 großen Unternehmen, die in der Lage sind, die Chancen zu nutzen und die Herausforderungen eines Kreislaufwirtschaftsmodells zu bewältigen. Einige davon sind in Sektoren wie Recycling oder erneuerbare Energien tätig. Andere können mit dem Hintergrund einbezogen werden, dass sie sich in Richtung einer Kreislaufwirtschaft bewegen z.B. Branchen, die jetzt hohe CO2-Emissionen erzeugen oder Rohstoffe verbrauchen. Im Index ist auch ein Tracker aus der Easy-Reihe von BNP Paribas [2] zu finden. Obwohl der Index 2017 gegründet wurde, wurden damals keine ETFs integriert. Seine Bestandteile fallen in fünf Kategorien - zyklische Versorgung, Ressourcenerholung, Verlängerung der Lebensdauer von Produkten, gemeinsame Plattformen und "Product as a Service“" - und kommen aus vielen unterschiedlichen Industriesektoren. Für die Anleger bedeutet dies sowohl Vorteile bei der Portfoliodiversifizierung als auch die Beteiligung an einem zukunftssicheren Trend mit vielversprechenden Wachstums- und Ertragschancen.     [1] Die oben genannten Wertpapiere sind lediglich zu Informationszwecken genannt und sind weder als eine Aufforderung, die entsprechenden Wertpapiere zu erwerben, noch als Anlageempfehlung oder –beratung zu verstehen. Anlagen in den Fonds unterliegen Marktschwankungen sowie den allgemein mit einem Investment in Wertpapieren verbundenen Risiken. Der Wert der Anlagen und die daraus erzielten Erträge können sowohl steigen als auch fallen, und die Anleger erhalten den investierten Betrag möglicherweise nicht in voller Höhe zurück. [ 2] Die genannten Fonds sind mit einem Kapitalverlustrisiko verbunden. Eine Definition und eine ausführlichere Beschreibung der Risiken finden Sie im Prospekt und in den wesentlichen Informationen für die Anleger. Beide Dokumente sind kostenfrei erhältlich unter: www.bnpparibas.easy.de. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist keine Garantie für die künftige Wertentwicklung.  
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