Batterien: Nicht die beste Gelegenheit, um in den Elektroauto-Markt zu investieren

Post with image
Der Autor dieses Beitrags ist Impax Asset Management, ein Assetmanager mit einer hohen Expertise auf Investmentchancen, die sich aus dem Übergang in eine weltweit nachhaltigere Wirtschaft ergeben.

Elektrisches Fahren wird sich früher durchsetzen als erwartet, das genaue Tempo der Einführung steht oder fällt jedoch mit den Kosten der Batterien. Chancen für Anleger bieten sich unserer Meinung nach jedoch eher in anderen Bereichen als der Batterie.

Wie schnell elektrisches Fahren in den Markt eintreten wird, hängt ganz erheblich davon ab, wie rasch die Kosten der Batterien sinken. Der Preis ist schnell gefallen, von 1.000 Dollar pro Kilowattstunde im Jahr 2010 auf 209 Dollar im vergangenen Jahr. Wenn dieses Tempo anhält, ist es Bloomberg zufolge nach 2020 günstiger, ein Elektrofahrzeug anzuschaffen, als ein Auto mit Verbrennungsmotor.

Elektrisches Fahren könnte sich früher als erwartet durchsetzen . Große Technologieunternehmen weiten ihre Aktivitäten auf dem Automobilmarkt aus, Regierungen fördern Elektrofahrzeuge und die Verbraucher sind in höherem Maße bereit, ein batteriebetriebenes Fahrzeug zu kaufen und dafür etwas mehr zu zahlen. Es ist keine Überraschung, wenn bis 2030 30% bis 40 % der Fahrzeuge im Straßenverkehr teilweise oder vollständig elektrisch angetrieben werden. „Der Dieselskandal bei Volkswagen hat ein Umdenken in Gang gesetzt und ist ein Schlüsselmoment in der Geschichte des Verkehrs. Er hat nicht nur erhebliche Auswirkungen auf Volkswagen selbst gehabt, sondern auch auf Regierungen und Verbraucher.“

Fokus auf Zulieferer wichtiger Komponenten und Technologien

Der Durchbruch des elektrischen Fahrens lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit vorhersagen. Denn wie gehen Regierungen mit der Aussicht auf niedrigere Verbrauchssteuern um? Und wie reagieren die Verbraucher darauf, dass der Erlös für in Zahlung gegebene gebrauchte Elektroautos aufgrund der Batteriekosten geringer ist als bei Fahrzeugen mit herkömmlichem Antrieb? Kann rechtzeitig die Infrastruktur geschaffen werden, um alle neuen Elektrofahrzeuge mit Energie zu versorgen?

Auch wenn die Batteriekosten ein entscheidender Faktor dafür sind, ob elektrisches Fahren sich durchsetzen wird, liegen die besten Chancen für Anleger nicht bei den Batterieherstellern. „Es handelt sich um einen kapitalintensiven Sektor mit zu vielen Akteuren, einer mäßigen Rendite auf ihre Investitionen, Überkapazität und einem Risiko von stranded assets.“ Man solle eher auf Unternehmen, die mit wichtigen Komponenten und Technologien zum schnellen Wachstum des elektrischen Fahrens beitragen, setzen, wie beispielsweise die Hersteller von elektronischen Komponenten zur Regelung der Leistung oder der Energieeffizienz von Elektrofahrzeugen. „Halbleiterhersteller sind auch interessant, da elektrische Fahrzeuge komplexer werden.“

China ist der Schlüssel

Der Markt für Hybrid- und Elektrofahrzeuge ist nach Angaben der Internationalen Energieagentur 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 54 % gewachsen. Weltweit fahren im Straßenverkehr heute drei Millionen (teilweise) elektrisch angetriebene Autos, was noch immer nur einen Bruchteil der Gesamtzahl der Autos ausmacht, die von Navigant Research weltweit auf mehr als eine Milliarde geschätzt wird. Von den eine Million Elektroautos, die im vergangenen Jahr weltweit verkauft wurden, entfällt die Hälfte auf China, den größten Markt für Elektroautos.

Der Schlüssel für elektrisches Fahren ist China. „Die chinesische Regierung hat mehrere Gründe, um elektrisches Fahren zu fördern. Chinesische Automobilhersteller sind außerhalb Chinas nicht erfolgreich. Mit Elektroautos will die Regierung dies ändern. Zugleich will Peking mit Elektroautos die Verschmutzung in den Städten bekämpfen.“


Für weitere Artikel über Nachaltiges Investieren, klicken Sie bitte hier.

Siehe auch Wiederaufladbare Batterien – Schlüsselelement im Kampf gegen die Klimaerwärmung.

Justin Winter

Portfolio Manager, Director

Schreiben Sie einen Kommentar

Your email adress will not be published. Required fields are marked*