Green Bonds im Rampenlicht! Der wachsende Markt mit grünen Anleihen

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Zwei vor kurzem emittierte Green Bonds haben verdeutlicht, wie attraktiv dieser Wachstumsmarkt sowohl für Emittenten als auch für Investoren ist. Marktteilnehmer sind demnach bestrebt, Finanzmittel für „grüne“, d.h. umweltverträglichere, Projekte aufzubringen, um zu einer nachhaltigeren Wirtschaft im Allgemeinen beizutragen.


Als erste grüne Anleihe eines Landes mit AAA-Rating emittierten die Niederlande einen Bond im Wert von rund 6 Milliarden EUR, während Hongkong SAR China (mit einem Rating von AA +) auf der anderen Seite der Welt eine Emission im Wert von 1 Milliarden USD im Rahmen seines grünen Anleihenprogramms im Wert von 13 Milliarden USD (100 Milliarden HKD) auflegte.

Sowohl die niederländische als auch die Hongkonger Regierung signalisierten, dass es in Zukunft zunehmend mehr Green Bond Emissionen geben werde, wodurch ihre Anleihen auf mindestens 10 Milliarden EUR für das niederländische Angebot und 12 Milliarden USD für Hongkong ausgeweitet werden könnten. Diese Größen stehen allerdings nur an zweiter Stelle nach der französischen „green OAT“ (Frankreich’s erste grüne Anleihe) in Höhe von 16,5 Milliarden EUR. Nach Auflegung dieser Anleihe im Jahr 2017 hatte die OAT Frankreich zu einer treibenden Kraft bei der Umsetzung der Ziele des Pariser Klimaabkommens gemacht.

Die jüngsten Anleihen haben den Markt für Klimaanleihen auf den richtigen Weg gebracht und einen Anstieg von schätzungsweise fast 50% gegenüber der Gesamtsumme des Jahres 2018 verzeichnet. Dies veranschaulicht das rasche Wachstum seit der Einführung der ersten grünen Anleihe im Jahr 2007.

Green Bond Best Practice

Wir glauben, dass grüne Staatsanleihen für Länder das perfekte finanzielle Mittel sind, um die Kluft zwischen den national festgelegten Beiträgen, die das Herzstück des Pariser Abkommens sind, und den Anleihenkapitalmärkten zu schließen. Dies ermöglicht den Ländern, ihren Bedarf an nachhaltiger und grüner Infrastruktur und Klimastrategien, wie sie in den NDC (Nationally Determined Contributions) beschrieben werden, zu finanzieren. Grüne Staatsanleihen helfen Investoren und Beteiligten, das finanzpolitische Engagement der Regierungen zur Unterstützung des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu verfolgen und zu überwachen.

Die niederländische Anleihe setzt neue Maßstäbe in Bezug auf die Glaubwürdigkeit grüner finanzieller Referenzen: Es ist die erste zertifizierte Staatsanleihe der Climate Bonds Initiative. Mindestens 70% der Erlöse entsprechen der derzeitigen EU-Taxonomie und betreffen erneuerbare Energie und nachhaltigen Verkehr. Darüber hinaus werden „grüne“ Anleger im Vergleich zu regulären Anlegern priorisiert behandelt, da die Niederlande als einer der ersten Emittenten grüner Anleihen eine zusätzliche Allokation von 10% für grüne Anleger vergeben.

Im Rahmen der HK-Emission verwaltet Capital Works Reserve Fund die Erlöse zur Finanzierung oder Refinanzierung öffentlicher Projekte mit klarem Umweltnutzen: 95% der Erlöse sollen in Abwässer, Wasser und grüne Gebäude fließen.[1]

Eine solche Klarheit über die nichtfinanziellen Merkmale einer Emission ist auf dem Markt für grüne Anleihen und auf dem Markt für Nachhaltigkeitsfinanzierung im Allgemeinen von großer Bedeutung. Obwohl noch Unsicherheit und Verwirrung darüber herrscht, was tatsächlich grün ist, sind Anleger stark daran interessiert, Teil dieser wachsenden Bewegung zu sein und mehr Verantwortung zu übernehmen.

Auf dem Weg zu mehr Transparenz

Glücklicherweise gibt es bei der Bekämpfung des sogenannten „Greenwashings“ inzwischen Fortschritte, wie die erhöhte Transparenz über den ökologischen und sozialen Nutzen durch Green Bonds – bei der Verwendung und Verwaltung der Erlöse, bei der Projektevaluierung und bei der Berichterstattung.

BNP Paribas Asset Management nutzt sein eigenes zweistufiges Verfahren und analysiert grüne Anleihen bei ihrer Emission („ex ante“), um sicherzustellen, dass sie mit einer eigenen Liste zulässiger Sektoren und Projekte übereinstimmen. Dazu gehören die Bewertung der Emittenten anhand von Kriterien wie der Umweltverträglichkeit, der Umgang mit sozialen Fragen und eine angemessene Governance. Grüne Anleihen von Unternehmen und anderen Emittenten, die einen niedrigen Wert – in den unteren 10% – erzielen, wurden außer Acht gelassen. Aus Erfahrung wissen wir, dass solche Emittenten ihre Nachhaltigkeitsziele oft verfehlen.

Hinsichtlich der Anspruchsberechtigung zahlt es sich aus, kritisch zu sein. Als Beispiel erschien eine grüne Anleihe eines osteuropäischen Landes zur Finanzierung von Dieselzug-Alternativen durch Elektrolokomotiven lobenswert. Die Realität war jedoch, dass 85% des Stroms im genannten Land durch Kohle erzeugt wurde. Dadurch wurde das Projekt von der Teilnahme ausgeschlossen, was im Einklang mit der Sektorpolitik von BNP Paribas Asset Management stand.

Sobald eine grüne Anleihe als Investitionen ausgewählt wurde, prüfen wir die Berichte der Emittenten, um das tatsächliche Ergebnis und die Auswirkungen der Projekte zu beurteilen („ex poste“). Während dieses Prozesses beraten unsere Analysten die Emittenten und hinterfragen die Umsetzung ihrer Green-Bond-Programme kritisch, da die Nichteinhaltung der Vorgaben zu (Portfolio-) Maßnahmen führt.

Beruhigte Investoren, durch die Sicherstellung des „grünen“ Kriteriums

Ein solch striktes Verfahren soll den Anlegern Sicherheit geben, dass die Produkte, in die sie investieren, tatsächlich grün sind. Es trägt dazu bei, die Zuverlässigkeit „grüner“ (nachhaltiger) Finanzprodukte zu stärken. Mit der bevorstehenden Einführung einer EU-Taxonomie scheint eine branchenweite Standardisierung der Definition von „grün“ zu entstehen, was die Skepsis der Anleger mindert.

Mit der Taxonomie will die EU ein umfassendes Verständnis davon entwickeln, was ökologisch nachhaltig ist. Das Klassifizierungssystem sollte die Forschung und Entwicklung wirklich grüner Technologien fördern und diejenigen Unternehmer belohnen, die ihr Unternehmen grüner gestalten wollen. Sie sollte die Transparenz erhöhen und die Messung von Kapitalflüssen in Umweltaktivitäten ermöglichen. Sie sollte Investitionen dort fördern, wo sie am dringendsten benötigt werden.

Zusammenfassend glauben wir, dass grüne Anleihen neben potenziell steigenden Portfoliorenditen auch Vorteile für die Umwelt haben. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass grüne Anleihen dazu beitragen können, rechtliche oder regulatorische Verpflichtungen, wie die in Artikel 173 des französischen Energiewende-Gesetzes (und der künftigen EU-Verordnung) enthaltenen, zu erfüllen, indem sie es Investoren ermöglichen, CO2-Emissionen mit anderen Produkten in ihren Portfolios auszugleichen.

 

Lesen Sie auch die Investors‘ Corner Blog-Beiträge Grüne Anleihen: Rendite, Diversifizierung und Umweltschutz und Die Taxonomie der EU: Das metrische System des 21. Jahrhunderts

[1] www.hkma.gov.hk/eng/key information/press releases/2019/20190522-3.shtml


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Felipe Gordillo

SRI Senior Analyst

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