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Krise und Belastbarkeit – auf dem Weg zu einer nachhaltigen Erholung

Weltweit kämpfen Regierungen und Institutionen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Können diese Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel und anderer globalen Probleme genutzt werden?

Die COVID-19-Pandemie hat zu einem länderübergreifenden Schulterschluss von Politik und Wirtschaft geführt, der in Friedenszeiten bislang beispiellos ist. Der technische Shutdown großer Teile der Weltwirtschaft zur Eindämmung des Virus hat jedoch zu einem Nachfrageschock geführt, der viele Unternehmen schwer getroffen hat.

Investoren müssen sich mit zwei Kernfragen beschäftigen:

  • Was bedeutet es für ein Unternehmen, wirklich nachhaltig oder belastbar zu sein?
  • Welche Rolle wird die Nachhaltigkeit bei der wirtschaftlichen Erholung spielen?

Nachhaltigkeit und Belastbarkeit in volatilen Märkten

Eine nachhaltige Investition hat in erster Linie das Ziel, Risiken zu erkennen und zu mindern. Das beginnt schon bei der Anwendung der ESG-Kriterien. Dazu bedarf es mehr als eine Analyse von Finanzdaten. Vielmehr muss sich der Investor anschauen, wie das Unternehmen Kapitalgeber, Arbeitnehmer, Politik und Umwelt behandelt.

Alle Stakeholder müssen gleichermaßen beachtet werden. Eine zu starke Orientierung auf einen einzigen ist nicht ausbalanciert genug.

Eine einseitige Ausrichtung an der Rentabilität des Unternehmens geht zu Lasten eines Kapitalpuffers, der in Krisenzeiten zu Entlassungen und der Inanspruchnahme staatlicher Hilfen sein.

Die Performance von ESG-Fonds während der Krise

Im ersten Quartal 2020 übertrafen die vier MSCI ACWI ESG-Indizes den breiten MSCI ACWI-Index um 70 Basispunkte bis 290 Basispunkte. Die Analyse von Morningstar über die Performance von 206 nachhaltigen US-Fonds im ersten Quartal 2020 unterstützt dieses Ergebnis: 44% erzielten im Vergleich zu anderen Peers eine Top-Quartil-Performance und 70% eine Top-Half-Performance.

Tabelle 1:

Tabelle 2:

Obwohl die Widerstandsfähigkeit von ESG-Anlagestrategien und -indizes bisher ermutigend war, sollte der Wert der ESG-Analyse für einen Anlageprozess über längere Zeiträume bewertet werden. Die identifizierten Risiken und Chancen können struktureller oder langfristiger Natur sein (z.B. Energiewende: Abkehr von Kohle/fossilen Brennstoffen und hin zu erneuerbaren Energien) und es kann einige Zeit dauern, bis sie sich in den Vermögenspreisen widerspiegeln. Diese Diskrepanz ermöglicht ESG-Anlegern Chancen, aber es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass über kurze Zeiträume andere Faktoren die Kursbewegungen der Aktien dominieren können.

Läuft es auf eine nachhaltige Erholung hinaus?

Es gibt eine breite Palette von Ansätzen zur wirtschaftlichen Erholung, die von Ländern weltweit entworfen wurden – von der Duplikation einer umweltfreundlichen und gerechten wirtschaftlichen Entwicklung bis hin zur Unterstützung neuer Kohlekraftwerke als Mittel für Wirtschaftswachstum.

Werden wir – wenn sich die Welt allmählich wieder für die Wirtschaft öffnet und finanzielle Anreize in Milliardenhöhe eingesetzt werden – auf die Zukunft bauen oder uns nur auf die Gegenwart konzentrieren?

Die Wirtschaftlichkeit grüner und erneuerbarer Energielösungen hat sich rapide verbessert und könnte eine Gelegenheit darstellen, wirtschaftliche Anreize auf einen Übergang zu kohlenstoffarmen oder –freien Alternativen wie Solar- und Windenergie zu lenken.

Die öffentliche Unterstützung nachhaltiger Investitionen scheint sich mehr und mehr durchzusetzen. Trotz der Unsicherheit und Volatilität im ersten Quartal 2020 verzeichneten nachhaltige US-Fonds ein Rekordquartal mit Zuflüssen von 10,5 Milliarden US-Dollar. Dies verdeutlicht sowohl den Wandel im Verbraucher- als auch im Anlegerverhalten sowie das rasche Wachstum und die Verfügbarkeit nachhaltiger Anlageprodukte.

Weiterhin gemeinsam vorgehen

Noch vor einem halben Jahr wäre die Idee eines Lockdowns und Schließung ganzer Wirtschaftsbereiche undenkbar gewesen. Die globale Reaktion auf die Pandemie hat das Ausmaß und die Macht dessen aufgezeigt, was angesichts einer hervorstehenden Bedrohung mit starker Entschlossenheit und gezielter Anstrengungen erreicht werden kann.

Die Gefahr des Coronavirus ist uns allen bewusst, könnte aber langfristig durch die Auswirkungen des Klimawandels in den Schatten gestellt werden. Vor diesem Hintergrund wird eine Schlüsselfrage sein, ob nach einer Bewältigung der aktuellen Krise die internationale Zusammenarbeit weitergeführt


Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, basieren auf den verfügbaren Informationen und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen.

Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück.

Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) wahrscheinlich einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen.

Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein.

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