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Lässt sich der S&P 500 schlagen?

Von allen Segmenten an den entwickelten Aktienmärkten sind US-Large-Caps das liquideste und wettbewerbsfähigste.  Viele Anleger glauben, dass der Programmhandel in diesem Aktienuniversum so massiv ist, dass eine aktive Verwaltung von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Daher investieren sie  lieber in einen Marktkapitalisierungsindex. Die höhere Liquidität bei US-Large-Caps bedeutet allerdings nicht, dass es in diesem Segment keine strukturellen Muster gibt. Aus der Psychologie wissen wir, dass Gruppendenken immer wieder suboptimale Lösungen hervorbringt. Mit Faktorstrategien lassen sich solche wiederkehrenden Muster im S&P 500 auf unkomplizierte Art und Weise nutzen. Lässt sich mit ihnen der S&P 500 schlagen? Hier finden Sie die Antwort auf diese Frage.

S&P 500

Von allen Segmenten an den entwickelten Aktienmärkten sind US-Large-Caps das liquideste und wettbewerbsfähigste.  Viele Anleger glauben, dass der Programmhandel in diesem Aktienuniversum so massiv ist, dass eine aktive Verwaltung von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Daher investieren sie  lieber in einen Marktkapitalisierungsindex. Die höhere Liquidität bei US-Large-Caps bedeutet allerdings nicht, dass es in diesem Segment keine strukturellen Muster gibt. Aus der Psychologie wissen wir, dass Gruppendenken immer wieder suboptimale Lösungen hervorbringt. Mit Faktorstrategien lassen sich solche wiederkehrenden Muster im S&P 500 auf unkomplizierte Art und Weise nutzen. Lässt sich mit ihnen der S&P 500 schlagen? Hier finden Sie die Antwort auf diese Frage.

US-Large-Caps machen die Hälfte der Marktkapitalisierung der entwickelten Aktienmärkte und ein Drittel aller Aktien (einschließlich Small-Cap- und Schwellenländeraktien) aus. Kein Wunder also, dass kaum eine Diskussion über die globale Assetallokation um die Frage herumkommt, wie sich eine Outperformance gegenüber dem S&P 500 erzielen lässt. Vermögensverwalter haben ausgerechnet, dass es dreimal so viele Fonds für dieses Aktienuniversum gibt wie Basisaktien (bei Morningstar sind mehr als 1.500  Fonds registriert, die in US-Large-Caps investieren). Und dennoch wird an keinem anderen Markt eine so hitzige Debatte darum geführt, ob ein aktives oder passives Management besser ist. Obwohl das Angebot an aktiv verwalteten Fonds riesig ist, haben ETFs, die den S&P 500 passiv nachbilden, inzwischen ein extrem hohes Volumen erreicht. Vor allem europäische Anleger haben mir erzählt, dass sie sich bei US-Large-Caps völlig von einer aktiven Verwaltung abgewendet haben. Sie halten ein aussichtsreiches Stockpicking in diesem Segment für zu schwierig, da die extrem hohe Liquidität bei guten Investmentideen einen massiven Programmhandel ermöglicht.

Psychologische Untersuchungen über die Art und Weise der Entscheidungsfindung in Gruppen zeigen, dass „Gruppendenken“ oft ineffizient ist. In den meisten Fällen sind solche kollektiven Entscheidungen schlechter als die durchschnittlichen Entscheidungen ihrer einzelnen Mitglieder. Soziale Interaktionen, Trends, Endowment-Effekte und die Verfügbarkeitsheuristik sind dabei nur einige der Gründe für die Unausgewogenheit von Gruppenentscheidungen, die meist lediglich auf den Positionen weniger Meinungsführer basieren. Davon ausgenommen sind lediglich Gruppenentscheidungen, die sofort auf ungeteilte Zustimmung stoßen und eine Art Eureka-Effekt auslösen. Die Kursbewegungen von Aktien beruhen allerdings eher selten auf solchen Aha-Erlebnissen. Vielmehr konzentrieren sich die Märkte normalerweise auf bestimmte Ereignisse, die sie gerade für kursbestimmend halten – auch wenn das oft gar nicht der Fall ist. Ein Paradebeispiel finden wir zurzeit in den USA, wo die Anleger wie gebannt auf die Wirtschaftspolitik von Donald Trump starren, obwohl durchaus fraglich ist, ob diese einen derart hohen Stellenwert verdient.

Smart-Beta- und insbesondere Multi-Faktor-Strategien nehmen eine andere Sichtweise ein. Sie treffen die Titelauswahl auf der Grundlage von Algorithmen und konzentrieren sich auf Informationen über diejenigen Aktien, die bereits seit Jahrzehnten eine regelmäßige Outperformance erzielen. Nehmen wir als Beispiel unsere Strategie „Diversified Factor Investing“ (DEFI). Um eine Outperformance zu erzielen, nutzt sie vier Faktoren: Value, Momentum, Quality und Low Volatility. Der Vorteil dieses Ansatzes besteht darin, dass er nicht den üblichen emotionalen Verhaltensmustern und Trends verfällt. Stattdessen nutzt er diese, um den S&P 500 zu schlagen. Die Strategie zieht für jeden der vier Faktoren die unterschiedlichsten Informationsquellen heran und kann so in jedem Marktumfeld mittel- bis langfristig eine Outperformance erzielen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Performanceaufschlüsselung für unsere DEFI-Strategie auf den S&P 500. Daran wird deutlich, dass es mit einem ausgewogenen Ansatz, mit dem jeweils ein Viertel des aktiven Risikobudgets (Tracking Error) auf die vier Faktoren verteilt wird, im Jahr 2016 gelungen ist, nicht nur die zahlreichen Überraschungen unversehrt zu überstehen, sondern auch vom abrupten Stimmungswechsel in den USA zu profitieren.

Abbildung 1: Aufschlüsselung der Überrendite der Multi-Faktor-Strategie DEFI auf den S&P 500

Quelle: BNP Paribas Asset Management, THEAM Stand 01/03/2017 Bitte klicken Sie hier, um die Abbildung zu vergrößern
  Verfasst am 03.04.2017

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