Makroökonomische Aussichten für globale Schwellenländeranleihen

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Das Team für globale Schwellenländeranleihen kommt monatlich zusammen, um das makroökonomische Umfeld und dessen Auswirkungen auf Schwellenländeranleihen zu erörtern. Im Folgenden bieten wir eine kurze Zusammenfassung unserer aktuellen Analyse:

Trotz der anziehenden US-Zinsen sprechen die Daten dafür, dass die Industrieproduktion in den USA wieder steigt…

Industrieproduktion im verarbeitenden Gewerbe USA (Jahresvergleich, saisonbereinigt)

Quelle: BNP Paribas Asset Management, Stand: 02.02.2018

US-Exporte (Jahresvergleich, saisonbereinigt)

Quelle: BNP Paribas Asset Management, Stand: 02.02.2018

Die Frühindikatoren in den Schwellenländern deuten darauf hin, dass sich das stärkere Wachstum bemerkbar macht, denn die Differenz zwischen den Einkaufsmanagerindizes (PMIs) der Industrie- und Schwellenländer verringert sich:

Industrie- und Schwellenländer: Differenz zwischen den Gesamt-PMIs

Quelle: Eikon Datastream, Stand: 01.02.2018

Das Wirtschaftswachstum ist inzwischen auf dem höchsten Niveau seit 2010:

BIP-Wachstum in Schwellenländern, ausgenommen China (von Quartal zu Quartal, %, saisonbereinigte Jahresrate)

Quelle: Haver Analtytics, eigene Kalkulationen, bis einschließlich Q3 2017

Eine Trendwende?

Unsere Analyse deutet darauf hin, dass sich die Korrelationen zwischen Hart- und Lokalwährungsanleihen innerhalb des Schwellenländeruniversums verändern. Die folgende Tabelle zeigt die Korrelationen zwischen US-Dollar denominierten (EMBI) und auf lokale Währungen lautenden Schwellenländeranleihen (GBI):

 

Quelle: BNP Paribas Asset Management, Stand: 02.02.2018

Seit 2010 haben sich in Lokalwährung denominierte Schwellenländeranleihen jedes Jahr schlechter entwickelt als USD-Schwellenländeranleihen. Im Jahr 2017 war dies zum ersten Mal wieder anders, weil die lokalen Währungen gegenüber dem US-Dollar stark blieben. Schwellenländeranleihen in lokaler Währung waren mit einer Rendite von 15,21% (JP Morgan EM Government Bond Index) sogar die Anlageklasse mit der besten Performance im festverzinslichen Bereich.

Unserer Ansicht nach dürfte dies der Beginn eines mehrjährigen Trends sein, in dem lokale Währungen ihre Underperformance aus den Jahren 2011 bis 2016 wieder wettmachen…

Entwicklung von Schwellenländerwährungen gegenüber dem US-Dollar

Quelle: BNP Paribas Asset Management, Stand 02.02.2018

Unsere Analyse führt zu folgenden Schlussfolgerungen:

  • USA, Eurozone und China: allmähliche geldpolitische Straffung, aber das konjunkturelle und geldpolitische Umfeld begünstigt weiterhin die Schwellenländer
  • Die Wachstumsdynamik in den Schwellenländern hat im 3. Quartal 2017 leicht zugenommen und die fortlaufende Quartalsentwicklung ist die beste seit 2011. Dies dürfte von dem steigenden Wachstum in den Industrieländern unterstützt werden…
  • …während die Inflation in den Schwellenländern von historisch niedrigen Niveaus aus leicht ansteigt

Die wichtigsten Risiken für Schwellenländeranleihen im Jahr 2018:

Extern

  • Anstieg der Inflation in den Industrieländern, wodurch deren Zentralbanken zu einer schnelleren geldpolitischen Straffung gezwungen sind
  • volatile Rohstoffpreise (disruptiv für Rohstoffexporteure und -importeure)
  • unkontrollierte Konjunkturverlangsamung in China

Inland

  • steigende Inflation als Folge der geldpolitischen Kursänderung in den Industrieländern
  • schwieriges politisches Umfeld mit Risiken für Reformen und Investitionen; Aufwind für Populisten
  • länderspezifische Schwellenländerrisiken: Ende des kreditgetriebenen Wachstums in der Türkei; mögliche Kündigung des NAFTA-Abkommens belastet Mexiko

Zusammenfassung unserer Ansichten in Bezug auf die wichtigsten Schwellenländeranlagen

Unsere Allokation zwischen Schwellenländeranleihen in Lokal- und Hartwährungen (US-Dollar) ist neutral (50:50). Dies täuscht auf den ersten Blick über unsere aktive Positionierung an den Anleihemärkten hinweg.

Quelle: BNP Paribas Asset Managament, Stand 02.02.2018

Insgesamt hat das globale EMD-Team die taktische Entscheidung getroffen, die Übergewichtung in lokalen Schwellenländeranleihen zu neutralisieren und dabei eine Übergewichtung von Schwellenländerwährungen mit einer Untergewichtung von Schwellenländerzinsen auszugleichen. Nach einem starken Januar nimmt das Team eine Neuausrichtung des Portfolios hin zu einem 50:50-Verhältnis bei Hart- und Lokalwährungen vor.

  • Taktische Übergewichtung von US-Staatsanleihen in Hartwährungsportfolios
  • Neutralisierung von Währungsrisiken durch Untergewichtung von Schwellenländerzinsen
  • Ausrichtung unserer Positionen auf einen Inflationsanstieg im Jahr 2018

Der Wert der Anlagen und die erzielten Erträge können steigen oder fallen, und Anleger erhalten ihr investiertes Kapital möglicherweise nicht in voller Höhe zurück.

Anlagen in den Schwellenländern oder in spezialisierten oder beschränkten Sektoren weisen in der Regel eine überdurchschnittliche Volatilität auf. Gründe dafür sind eine größere Konzentration und eine höhere Unsicherheit, da weniger Informationen verfügbar sind, die Liquidität eingeschränkt ist oder die Anlagen auf gesellschaftliche, politische oder wirtschaftliche Entwicklungen stärker reagieren.

Schwellenländer bieten mitunter weniger Sicherheit als die meisten Industrieländer. Daher können Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Kauf, dem Verkauf oder der Verwahrung von Schwellenmarktanlagen höheren Risiken unterliegen.

L. Bryan Carter

Head of Emerging Markets Fixed Income

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