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Wasser – ein elementares, knappes Gut

Aktuell befinden sich viele Volkswirtschaften im Übergang von einem System, das Ressourcen verbraucht, zu mehr Nachhaltigkeit und besseren sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen. Wasser als elementare Ressource spielt hier eine wichtige Rolle – nicht nur für das Leben an und für sich, sondern auch für alle Endkunden, ob Verbraucher oder industrieller Nutzer.

Wo in der Wasserwirtschaft finden sich gute Anlagechancen?

Wir investieren inzwischen seit über 20 Jahren in den Übergang zu einem nachhaltigeren Wirtschaftssystem. Von Anfang an war Wasser Teil unserer Strategie, sodass wir auf diesem Gebiet umfassende Erfahrungen sammeln konnten. Bei Investitionen in die Wasserwirtschaft gibt es aus unserer Sicht drei Hauptbereiche:

  • Wasserinfrastruktur
  • Wasseraufbereitung
  • Wasserversorgung

Wasserinfrastruktur steht aktuell besonders im Fokus. Denn hier rechnen wir in den nächsten Jahren mit starkem Wachstum und zahlreichen, breit gefächerten Anlagechancen.

In den Industrieländern gibt es eine stete Nachfrage nach Wasserinfrastruktur. Hier sind die Wasserleitungsnetze häufig veraltet und müssen repariert oder sogar ersetzt werden. Fakt ist, dass durch Lecks Millionen Liter Wasser verloren gehen. Veraltete Systeme können darüber hinaus Gesundheitsrisiken bergen.

In Schwellenländern, besonders in Indien und China, wo Fortschritt und Wohlstand Einzug halten, wächst der Bedarf an Wasserinfrastruktur. Millionen Menschen ziehen hier in Städte, und die zunehmende Verstädterung lässt die Nachfrage nach sauberem, nicht belastetem Wasser ansteigen, und ebenso nach Abwasseraufbereitung. Hier liegen eindeutig Wachstumschancen, auch wenn wir unseren Schwerpunkt vorerst auf Nordamerika und Europa legen.

Abbildung 1: Anlagechancen in der Wasserwirtschaft

Quelle: Impax Asset Management, BNP Paribas Asset Management

Wasser war schon immer eine elementare Ressource, und das wird sich auch nicht ändern. In jedem Produktionsprozess – vom Smartphone, für dessen Herstellung besonders gereinigtes Wasser erforderlich ist, bis hin zu Kleidung und Papier – kommt Wasser zum Einsatz. Und Wasser ist kein Rohstoff, der sich leicht ersetzen lässt. Wasserengpässe lassen sich nicht durch innovative Technologien auffangen, wie dies beispielsweise bei fossilen Brennstoffen der Fall ist. Die verfügbare Menge an Süßwasser ist begrenzt, und die Nachfrage steigt. Aus diesen Gründen sind Wasser und die damit verbundenen Technologien und Lösungen ein Wachstumsmarkt.

Wie dürfte sich das US-Wahlergebnis auf Wasserinfrastrukturinvestitionen auswirken?

Unserer Ansicht nach entwickelt sich die politische Lage in den USA in eine gute Richtung. Nachdem im Weißen Haus nun ein demokratischer Präsident sitzt und die Demokraten auch die Kontrolle über den Kongress erhalten haben, ist zu erwarten, dass Nachhaltigkeit, und damit auch Wasser, bei Initiativen und Investitionen eine größere Rolle spielen wird. Hochwasserschutz und Wasserrückhalt sind Beispiele für Themen, die wahrscheinlich mehr in den Fokus rücken werden. Die Zeichen stehen gut für Service- und Beratungsunternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind.

In den USA gibt es viele Regionen mit schlechter Wasserinfrastruktur, besonders im Tiefen Süden des Landes. Wir gehen davon aus, dass hier gezielte Aktivitäten angestoßen werden, um diese Defizite zu beheben. Die Qualität der Leitungen ist ein weiteres Beispiel. So ist in Flint im US-Bundesstaat Michigan Blei aus Bleirohren in das Trinkwasser gelangt – mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung und insbesondere Kinder.

Und das ist kein Einzelfall. Die neue Regierung wird aller Voraussicht nach aufgeschlossener für die Lösung dieser Probleme sein. Unserer Ansicht nach waren in den USA die Rahmenbedingungen für höhere Ausgaben in der Wasserwirtschaft über viele Jahre hinweg nicht sehr vielversprechend. Das heißt aber auch: Die Voraussetzungen für Investitionen in die Wasserwirtschaft sind aktuell sehr viel rosiger.

Neue Vorschriften und wie sie sich auf Wasserinvestitionen auswirken könnten

Wir gehen davon aus, dass Vorschriften und Gesetze einen positiven Einfluss auf Anlagechancen im Bereich Wasserwirtschaft haben werden. Der Fokus von Verbrauchern, Regierungen und Behörden richtet sich auch in anderen Bereichen auf Produktqualität, Hygiene und Sicherheitsstandards. Die vorherige US-Regierung war nicht bereit, sich intensiv mit Umweltfragen auseinanderzusetzen – bei der neuen ist diese Bereitschaft zweifellos vorhanden. Dabei geht es nicht nur um Blei in Wasserleitungen, sondern auch etwa um den Einsatz von PFAS, den sogenannten „ewigen Chemikalien“. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, so dienen sie unter anderem zu Brandschutz und Abdichtung. Sind sie einmal in der Welt, können sie nicht abgebaut werden – bleiben also „ewig“.

Wir rechnen damit, dass der Umgang mit PFAS sowohl für die neue US-Administration wie für die Regierungen in Europa und der Region Asien-Pazifik eine Priorität darstellen wird. Dies würde die Nachfrage nach Test-Equipment, Laborservices sowie Ausrüstungen und Dienstleistungen für die Schadstoffentfernung ankurbeln. Ähnlich wird wohl auch die Problematik rund um Mikroplastik verstärkt in den Fokus rücken.

Insgesamt ist das Bewusstsein für diese Probleme und für die mit ihnen verbundenen Risiken gestiegen – und zwar rund um den Globus. Wer in hochwertige Unternehmen investiert, die diesen Dingen die Stirn bieten, investiert nicht nur in milliardenschwere Wachstumsbereiche, sondern auch in eine bessere Zukunft.


Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, basieren auf den verfügbaren Informationen und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen.

Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück.

Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) wahrscheinlich einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen.Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein.

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