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Wissenswertes über die UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen

Die am 5. Juni, dem Weltumwelttag, beginnende UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen zielt darauf, die Zerstörung von Ökosystemen zu bremsen und möglichst umzukehren, und zwar auf jedem Kontinent und in jedem Ozean weltweit.

Einigen Schätzungen zufolge könnte die Wiederherstellung der weltweiten Ökosysteme Geschäftsmöglichkeiten im Wert von 6 Billionen US-Dollar schaffen und bis 2030 Investitionen in Höhe von 2 Billionen US-Dollar erfordern (siehe Abbildung 1).

Die Wiederherstellung der Ökosysteme umfasst Maßnahmen wie die Verringerung der Verschmutzung von Luft, Ozeanen und Wasser, die Verbesserung des Hochwasserschutzes, die Entwicklung von umweltfreundlichem Schiffsverkehr und einer nachhaltigeren Landwirtschaft sowie die Verhinderung der Landerosion.

Aus all diesen Gründen spielt die Wiederherstellung von Ökosystemen für Anleger eine Rolle.

Welche Ziele verfolgt die UN?

Die UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen beginnt 2021 und endet 2030. 2030 ist auch Zielpunkt für die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN (SDGs). Der Verlust der biologischen Vielfalt stellt eine Gefahr für 80 % der SDG-Teilziele dar, insbesondere in Bezug auf Armut, Hunger, Gesundheit, Wasser, Städte, Klima, Ozeane und Land.

Die erklärten Ziele der UN-Dekade sind:

  • Präsentation von Beispielen für erfolgreiche staatliche und private Initiativen, die die Zerstörung von Ökosystemen verhindern und zerstörte Ökosysteme wiederherstellen
  • Vernetzung von Chancen und Initiativen im Bereich der Wiederherstellung von Ökosystemen mit Unternehmen, die ein robustes Portfolio aufbauen möchten, um in nachhaltige Produktion und Wirkung zu investieren
  • Verbesserung des Wissensaustauschs, um effizient zu vermitteln, was funktioniert und warum (politische, wirtschaftliche und biophysikalische Aspekte) sowie wie die Wiederherstellung von Ökosystemen in großem Maßstab durchgeführt werden kann
  • Vernetzung von Initiativen, die im selben Umfeld, in derselben Region oder an derselben Thematik arbeiten, um deren Effizienz und Wirkung zu steigern
  • Aktivierung eines breiteren Spektrums von Akteuren, insbesondere aus traditionell nicht beteiligten Sektoren, durch den Hinweis auf die Rolle, die die Wiederherstellung von Ökosystemen für die Entstehung und den Erhalt positiver sozialer und wirtschaftlicher Entwicklungen spielt

Warum erfordert die Wiederherstellung von Ökosystemen einen wirtschaftlichen Wandel?

Die UN schätzt, dass Schäden an Ökosystemen wie Wäldern, Grünflächen und Korallenriffen und der damit verbundene Verlust an Artenvielfalt die Weltwirtschaft bis 2050 fast 10 Billionen US-Dollar kosten könnten. Die Verluste ergeben sich, weil Ernteerträge und Fischfangquoten sinken und das Risiko von Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen steigt.

Untersuchungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen haben gezeigt, dass der Großteil der globalen Nahrungsmittelproduktion heute von weniger als 200 Pflanzenarten abhängt. Auf nur neun davon, darunter Reis, Mais und Weizen, entfallen zwei Drittel der gesamten Ernteproduktion weltweit.

Der Ausbruch neuer Krankheiten gefährdet die Nahrungsmittelversorgung der Weltbevölkerung, die 2050 voraussichtlich auf 9 Milliarden Menschen angewachsen sein wird. Nur 40 Nutztierarten liefern den überwiegenden Teil des Fleischs, der Milch und der Eier, die wir essen. Und die Vielfalt nimmt in jeder Tierart ab. Zudem hat mehr als die Hälfte der Fischbestände die Grenze erreicht, innerhalb derer nachhaltiger Fischfang möglich ist. Für Menschen, die sich hauptsächlich aus dem Ozean ernähren, sind die Aussichten also ähnlich trüb.

Dem Weltwirtschaftsforum zufolge braucht es einen grundlegenden Wandel, um den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Im Fokus stehen dabei drei sozioökonomische Bereiche, die über ein Drittel der Weltwirtschaft ausmachen und bis zu zwei Drittel aller Arbeitsplätze bereitstellen, nämlich:

  • Ernährung, Land- und Meeresnutzung
  • Infrastruktur und gebaute Umwelt
  • Rohstoffe und Energie

Zusammen sind diese drei Bereiche für fast 80 % der Gefährdung bedrohter oder bald bedrohter Arten verantwortlich. Daher kommt ihnen eine wichtige Rolle beim Rückbau der Naturzerstörungen zu – und damit auch eine echte Chance. Gleichzeitig bietet eine zügige Umsetzung des Wandels enorme Vorteile.

Warum spielt all das eine Rolle für Anleger?

Wir erwarten, dass die Wiederherstellung des Ökosystems mit einer Flut von Investitionen einhergehen und eine Vielzahl von Geschäftsmöglichkeiten schaffen wird (siehe Abbildung 2).

Regierungen weltweit haben bereits „ grüne“ Konjunkturmaßnahmen in ihre Rettungspakete integriert, so etwa Zuschüsse, Darlehen und Steuererleichterungen für Bereiche wie umweltfreundliches Transportwesen, Kreislaufwirtschaft und Forschung, Entwicklung und Bereitstellung sauberer Energien.

Der nächste Schritt wird das Gleichgewicht zwischen umweltfreundlichen und nicht umweltfreundlichen Ausgaben verschieben und positive ökologische Ergebnisse unterstützen.

Grüne Konjunkturmaßnahmen werden wahrscheinlich neue Finanzmittel und Programme aufrufen, um Arbeitsplätze zu schaffen und die wirtschaftliche Aktivität anzukurbeln, indem Ökosysteme wiederhergestellt, invasive gebietsfremde Arten kontrolliert und der Wald geschützt wird.

Wir schätzen, dass es bereits heute über 1.000 Unternehmen weltweit gibt, die sich auf die Wiederherstellung von Ökosystemen im Wasser, an Land und in der Stadt konzentrieren.


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Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, basieren auf den verfügbaren Informationen und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen.

Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück.

Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) wahrscheinlich einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen.

Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein.

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