Zugang zu sauberem Trinkwasser: Fallbeispiel eines kleinen Ortes in Frankreich

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Vor zwei Jahren wurden die Einwohner der Gemeinde Étais-la-Sauvin von der Bezirksbehörde des Departement Yonne angewiesen, kein Leitungswasser mehr zu trinken.

Man teilte ihnen mit, das Wasser im Einzugsgebiet habe die zulässigen Höchstwerte für verschiedene Pestizide (einschließlich Metazachlor) überschritten und sei für den menschlichen Konsum daher nicht mehr geeignet. Eine Aufbereitungsanlage zur Reinigung des verschmutzten Grundwassers kann sich die Gemeindeverwaltung nicht leisten.

Zwar könnte das Wassersystem der Gemeinde gegen Gebühr an ein benachbartes, sichereres und besser ausgestattetes Netz angeschlossen werden. Doch das Versorgungssystem von Étais-la-Sauvin ist so alt und sanierungsbedürftig, dass mehr als die Hälfte des Wassers, das durch seine Leitungen fließt, einfach in den Boden sickert. Der Anschluss an das benachbarte Netz könnte daher eine Wasserknappheit in anderen Dörfern zu Folge haben.

Unabhängig vom spezifischen Kontext dieses Falls – d. h. von kommunaler Engstirnigkeit und der Verfolgung von Eigeninteressen seitens der beteiligten Akteure – zeigt dieses Beispiel eine Reihe von Wachstumstreibern auf, mit denen beim Thema Wasser künftig zu rechnen sein wird. In diesem Fall mag es nur um ein kleines Dorf in Frankreich gehen – doch solche und ähnliche Probleme existieren auch in vielen anderen Teilen der Welt.

Zunächst einmal gilt es, die landwirtschaftlichen Anbaupraktiken (behördlich) zu überprüfen, die Trinkwasserstandards zu verschärfen und notwendige Investitionen in Wasseraufbereitungssysteme zu tätigen.

Im Anschluss daran sind baufällige Anlagen zu sanieren. Wasser wird knapp und teuer werden; jeder Tropfen wird kostbar sein.

Darüber hinaus müssen einige Länder politische Reformen vorantreiben, damit gewährleistet ist, dass kleine und zahlungsunfähige Kommunen die Last solcher Investitionen künftig nicht mehr alleine zu schultern haben.

Auf globaler Ebene tragen noch weitere Faktoren zu eben jener Trinkwasserknappheit bei, die dieser kleine Ort in Frankreich schon heute erlebt. Dazu zählen das weltweite Bevölkerungswachstum, die sich verändernden Lebensgewohnheiten in Schwellenländern (mit dem daraus resultierenden Anstieg des Wasserverbrauchs) sowie der Klimawandel, der völlig neue Verfahren in puncto Wasserbehandlung und -speicherung erfordern wird.

Sowohl die Auswirkungen als auch die Dauerhaftigkeit dieser Faktoren machen erhebliche Investitionen erforderlich. Experten schätzen, dass in den nächsten 25 Jahren weltweit 25 Billionen US-Dollar in den Sektor der Wasserwirtschaft fließen werden. Dies entspricht ungefähr der Hälfte des Bruttoinlandsprodukts Frankreichs.

Eine weitere Zahl spricht für sich: Gemäß einem kürzlich veröffentlichten Bericht der OECD müssen die Investitionen in die Wasserversorgung und -behandlung (unter den gegenwärtigen Bedingungen) um das Dreifache erhöht werden, damit ein wichtiges Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen – eine sichere Wasserversorgung und Abwasserentsorgung für alle – erreicht werden kann. Über einen Zeitraum von 15 Jahren entspricht dies einer jährlichen Wachstumsrate von 7,6%.

Dabei sind folgende Entwicklungen und Erfordernisse noch nicht einmal berücksichtigt:

  • die Auswirkungen der Klimaerwärmung sowie die dringend erforderlichen Investitionen, um diesen entgegenzuwirken (Abwasserrecycling, Wassersammlung und -speicherung, Meerwasserentsalzung, Tröpfchenbewässerung)
  • strengere Umweltstandards, die zwangsläufig eingeführt werden müssen, um die Qualität des durch Pestizide und endokrine Disruptoren verschmutzten Trinkwassers zu verbessern
  • die Kosten der zahlreichen Tests, die zur Sicherstellung einer ausreichenden Wasserreinheit erforderlich sein werden
  • digitale Innovationen bei der Messung des Wasserverbrauchs (angeschlossene Sensoren, Lecksuche mit Ultraschall usw.).

Diese Faktoren machen das Thema Wasser langfristig zu einem wichtigen Anlagebereich. BNP Paribas Asset Management verfolgt diese Entwicklungen genau, um bei der Verwaltung seiner nachhaltigen und verantwortungsbewussten Investmentfonds die richtigen Entscheidungen zu treffen. 


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Alexandre Jeanblanc

Investment Specialist, SRI

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