Offenmarktausschussprotokoll vom September: Alles bereit für eine Zinserhöhung im Dezember

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Nachfolgend finden Sie unsere Einschätzung zum Protokoll der Offenmarktausschusssitzung der Fed vom 19. und 20. September 2017:

  • Das Protokoll der Septembersitzung zeigt, dass im Offenmarktauschuss noch immer eine Debatte anhält, welche Risiken die zentrale Prognose über einen mittelfristigen Anstieg der Inflation birgt. Es scheinen nun noch mehr Zweifel aufzukommen – im Wesentlichen bleiben die bereits bestehenden Einschätzungen jedoch unverändert.
  • Auf der letzten Offenmarktausschusssitzung im Juli hatten viele Teilnehmer angemerkt, dass der jüngste Inflationsrückgang zu einem „großen Teil“ auf Einmal-Faktoren zurückzuführen sei. Im September schrieben sie diesen Faktoren zumindest teilweise einen Einfluss zu. Außerdem verwiesen die Ausschussmitglieder auf langfristige Faktoren, die die Inflation dämpfen und immer wichtiger werden könnten. Ein Beispiel sei „der Einfluss technischer Innovationen auf den Wettbewerb und die Preissetzung der Unternehmen“. Die Teilnehmer gaben jedoch zu, dass zumindest ein Einmal-Faktor, nämlich kostendämpfende Änderungen der Gesundheitspolitik, noch einige Zeit anhalten könnte.
  • Einige der zurzeit stimmberechtigten Mitglieder betonten die Notwendigkeit zur Bestimmung der Wahrscheinlichkeit mit welcher „die Inflation wieder auf dem Weg zur 2%-Marke sei“, da man dies bei den anstehenden Zinsentscheidungen berücksichtigen müsse. Dennoch sind wir nach wie vor der Meinung, dass einer Zinserhöhung im Dezember kaum etwas im Weg stehen dürfte.
  • Wachsende Knappheiten am Arbeitsmarkt, die weitere Anzeichen für steigende Löhne sind, überdurchschnittliches Wachstum sowie lockere Finanzbedingungen dürften dazu führen, dass sich die meisten stimmberechtigten Offenmarktausschussmitglieder gegenüber dem mittelfristigen Inflationsausblick recht zuversichtlich zeigen.
  • Sofern es vor der Dezembersitzung nicht zu einem „Government Shutdown“ kommt, beziffern wir die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember noch immer mit 80%. Damit entsprechen unsere Erwartungen denen des Marktes. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed ihren wichtigsten Leitzins auf der Sitzung am 13. Dezember 2017 um 25 Basispunkte anhebt, wurde mit 76% beurteilt.

Abbildung 1: Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf der Offenmarktausschusssitzung am 13. Dezember 2017 (Markterwartungen in %)

SeptemberQuelle: Bloomberg, auf Basis der Preisentwicklung von Terminkontrakten auf die Federal Funds Rate, BNP Paribas Asset Management, Stand 12.10.2017


Verfasst am 12/10/2017

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