Auf dem Weg zur geldpolitischen Normalisierung

Post with image

Zum Jahresauftakt hat sich bestätigt, dass die Eurozone wieder auf Wachstumskurs ist – ebenso wie die Weltwirtschaft. Die Krise ist also überwunden, und vor allem ist das Deflationsrisiko gebannt.

Unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen 

Damit hat die ultralockere Geldpolitik der EZB keine Grundlage mehr, und es hätte sicher mehr Nachteile als Vorteile, an ihr festzuhalten – was auch das Beispiel USA deutlich macht. Dort ist die Krise schon seit ein paar Jahren vorbei, und nun kämpft das Land bereits mit den ersten Blasen.

Da die Wirtschaft zurück auf Erholungskurs ist, sorgen die weiterhin massiven Liquiditätsspritzen und extrem niedrigen Zinsen dafür, dass das Verschuldungskarussell in den Vereinigten Staaten erneut anläuft. So werden beispielsweise immer mehr Gewerbeimmobilien auf Kredit gekauft. Wegen der günstigen Finanzierungsbedingungen haben die Unternehmen Eigenkapital durch Fremdkapital ersetzt, sodass das Verhältnis zwischen Verschuldungsgrad und Börsenkapitalisierung, das während der Krise noch bei 75 % lag, mittlerweile fast 100 % beträgt.

Die Fed geht in ihren Prognosen weiterhin nur von einem schwachen Wachstum aus, obwohl die steigenden Unternehmensinvestitionen und die Erholung der Gewinne schon seit den Sommermonaten für ein nachhaltiges Wachstum sprechen.

Anlageinvestitionen in Gewerbeimmobilien (in %)

Anmerkung: saar = saisonbereinigte Jahresrate, y/y = im Jahresvergleich. Quelle: BNP Paribas Asset Management, Stand: 14.03.2018

EZB Leitzinsen (in %)

Quelle: Bloomberg, BNP Paribas Asset Management, Stand: 15.03.2018

Auf dem Weg zur geldpolitischen Normalisierung

Die Notenbanken wären also gut daran beraten, ihre unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen zu beenden. Angesichts der mäßigen Inflation stünden sie dabei nicht unter Druck, gleichzeitig auch die Zinsen zu erhöhen. Die EZB sollte daher ihre Anleihenkäufe so bald wie möglich einstellen und den Einlagenzins wieder in den positiven Bereich heben.


Verfasst am 5 März 2018 für Option Finance ©Option Finance

Mehr zum Thema Zentralbanken

Schreiben Sie einen Kommentar

Your email adress will not be published. Required fields are marked*