BNP AM

Der offizielle Blog von BNP Paribas Asset Management

Asset-Allokation: Trendumkehr zur Jahresmitte (Teil 2)

Trendumkehr zur Jahresmitte

Nach einigen volatilen Monaten erwarten wir jetzt eine Beruhigung und möglicherweise sogar eine Umkehr einiger Marktentwicklungen der letzten Monate. Insbesondere glauben wir, dass sich die US-Staatsanleiherenditen und der US-Dollar kurzfristig wenig ändern.

Trendumkehr zur Jahresmitte

Nach einigen volatilen Monaten erwarten wir jetzt eine Beruhigung und möglicherweise sogar eine Umkehr einiger Marktentwicklungen der letzten Monate. Insbesondere glauben wir, dass sich die US-Staatsanleiherenditen und der US-Dollar kurzfristig wenig ändern.

Wir gehen davon aus, dass die guten Nachrichten zum Wirtschaftswachstum, zur Inflation und zur Straffung der US-Geldpolitik schon in den US-Staatsanleiherenditen berücksichtigt sind. Im Euroraum hat das Wachstum hingegen nachgelassen, doch die EZB hat signalisiert, ihre Wertpapierkäufe bis Ende 2018 zu beenden, auch wenn sie die Zinsen erst im Laufe des Jahres 2019 erhöhen will. Nach dem jüngsten Anstieg der US-Renditen und des Dollar glauben wir aber, dass genügend Nachrichten in den Kursen berücksichtigt sind. US-Staatsanleihen können sich ggü. deutschen Bundesanleihen daher jetzt stabilisieren, und der US-Dollar kann ggü. dem Euro aufwerten (Abbildung 4).

Abbildung 1: Fallender Renditesabstand zwischen den USA und dem Euroraum dürfte die USD-Aufwertung bremsen

Quelle: Bloomberg, BNP Paribas Asset Management, Stand: 20.06.2018

Abbildung 2: Ein Ende der Dollaraufwertung dürfte Lokalwährungsanleihen nützen

Source: Bloomberg, BNP Paribas, Stand: 15.06.2018

Abbildung 3: Emerging-Market-Notenbanken straffen die Geldpolitik, um ihre Währungen zu verteidigen

Leitzinsänderungen in den Emerging Markets seit Dezember 2017 (%)

Quelle: Haver, BNP Paribas Asset Management, Stand: 12.06.2018

Eine weitere Trendumkehr betrifft den Rohölpreis. Rohöl war eine der wenigen risikobehafteten Anlagen, mit denen man in diesem Jahr 20% verdienen konnte. Doch wie wir in unserem monatlichen Asset-Allokations-Bericht vom Juni bereits geschrieben haben, sind im Ölpreis unserer Ansicht nach zu viele gute Nachrichten von der Nachfrage- und der Angebotsseite sowie aus der Weltpolitik enthalten. Wir glauben, dass die Trendumkehr anhält, da das OPEC-Kartell über eine Fördermengenerhöhung nachdenkt. Es könnte damit auf ein geringeres Angebot Venezuelas, Angolas und möglicherweise des Iran reagieren. Niedrigere oder stabilere Ölpreise dürften auch zu einer Stabilisierung der amerikanischen Break-even-Inflation und damit der US-Staatsanleiherenditen führen (Abbildung 4).

Abbildung 4: US-Break-even-Inflation gab aufgrund niedrigerer Rohölpreise nach

Quelle: Bloomberg, BNP Paribas Asset Management, Stand: 15.06.2018

Fazit

Trotz der Handelskonflikte und der gegenüber 2017 volatileren Märkte bleiben wir in unserem Basisszenario optimistisch für Aktien. Wir bleiben hier bei unserer Long-Position in Aktien und bevorzugen dabei stark den Euroraum. Hier halten wir die Bewertungen und die Gewinnwachstumsaussichten für attraktiv.

Im Juni könnten sich zahlreiche Entwicklungen umkehren:

  • Der Ölpreis dürfte nicht mehr weiter steigen, da bereits zu viele gute Nachrichten von der Nachfrageseite, der Angebotsseite und aus der Weltpolitik berücksichtigt sind.
  • Die Renditedifferenz zwischen den USA und Deutschland scheint hoch, da die EZB ihre Anleihekäufe bis zum Jahresende beenden will, während man für die USA eine starke Konjunktur und allmähliche Zinserhöhungen erwartet. Langfristig dürften die US-Renditen weiter steigen; kurzfristig könnten aber eher die kerneuropäischen Renditen mit einem stärkeren Anstieg überraschen. Gerade erst sind wir eine Long-Position in US-Staatsanleihen gegenüberggü. deutschen Bundesanleihen eingegangen (mittels Futures), um diese Einschätzung umzusetzen.
  • Emerging-Market-Lokalwährungsanleihen dürften nach dem jüngsten Ausverkauf (infolge steigender US-Renditen und des stärkeren US-Dollar) wieder stabiler werden. Wir glauben, dass ein eher unveränderter US-Dollar und stabilere US-Staatsanleiherenditen den Druck von Lokalwährungsanleihen nehmen dürften. Wir suchen jetzt nach Möglichkeiten, in Emerging-Market-Währungen zu investieren, etwa indem wir unsere Lokalwährungsanleiheposition weiter aufstocken.

Die wichtigsten Risiken für unser Basisszenario sind eine überraschend hohe Inflation oder eine Eskalation des Handelskonflikts mit der Folge eines weltweiten Abschwungs.

Unsere Analyse der Marktdynamik (technische Faktoren, Finanzbedingungen, Marktdynamikindikatoren, Liquidität) hatte bereits für Anfang 2018 Änderungen des Marktumfeldes und insgesamt nervösere Märkte in Aussicht gestellt. Wir bleiben daher für die nächsten Monate bei unserer optimistischen Einschätzung risikobehafteter Titel, beobachten die Marktbewegungen aber weiter genau.

 
Asset-Allokation: Trendumkehr zur Jahresmitte (Teil 1) Weitere Artikel von Guillermo Felices

In Verbindung stehende Artikel

Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Wirtschafts- und Markttrends dieser Woche sowie Einblicke in die Zukunft.

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein
Bitte aktivieren Sie die Kontrollkästchen unten, um sich anzumelden