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Ein Nebeneffekt der Pandemie: Der Klimawandel rückt in den Vordergrund

Sobald die Pandemie vorbei ist, werden die existenziellen Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel umfassende Maßnahmen erforderlich machen wie nie zuvor. Hierzu werden möglicherweise Verhaltensänderungen zählen, die durchaus über Arbeiten im Homeoffice und weniger (Geschäfts)reisen hinaus gehen könnten, ebenso wie Investitionen in Energiewende und Umweltschutz in Höhe mehrerer Billionen Dollar, meint Edward Lees, Co-Portfolio Manager in unserer Environmental Strategies Investment Group.

Grundsätzlich hat sich in Bezug auf die Umwelt durch die Pandemie nichts geändert – das bedeutet, dass die Probleme, die bereits vor fünf oder zehn Jahren existierten, bleiben. Die Pandemie hat uns vor allem eines bewusst gemacht, nämlich dass wir Existenzbedrohungen nicht ignorieren dürfen, sondern sie ernst nehmen und nach Möglichkeiten einer koordinierten Antwort suchen müssen.

Eine willkommene Bewusstseinssteigerung

Die zu lösenden Probleme bleiben unverändert, aber was sich im Verlauf der Pandemie zum Besseren gewendet hat, ist, dass das öffentliche Bewusstsein gewachsen ist und die Regierungen nun an Bord sind und Netto-Null-Emissionsziele festgelegt haben: Die EU für 2050, gefolgt von Japan, Südkorea, China und den USA mit Zielen für 2060.

Durch diese Welle des Bewusstseins hat sich weltweit die Bereitschaft, die Klimaschutzmaßnahmen zu beschleunigen, deutlich erhöht. Um die Null-Netto-Ziele zu erreichen, sind umfassende Schritte erforderlich. Diese gehen mit Ausgaben in Höhe von mehreren Billionen Dollar einher, was bedeutet, dass Investitionsgelegenheiten in Höhe mehrerer Billionen Dollar entstehen und in den klimabezogenen Branchen in den nächsten 10 bis 20 Jahren zweistellige Wachstumsraten möglich sind.

Das zunehmende Bewusstsein, dass klima- und umweltbezogene Fragen nachhaltige Maßnahmen erforderlich machen, führte dazu, dass bereits Mittel in die entsprechenden Marktsegmente geflossen sind, da man mit einer Aktivitätssteigerung rechnet. Die Bewertungen von Unternehmen, die sich mit diesen Fragen beschäftigen und Lösungen anbieten, sind gestiegen.

Wie kann man zur Wiederherstellung von Ökosystemen beitragen?

Der Umgang mit der Empfindlichkeit der Ökosysteme – Wasser, Land und Luft – ist ein vielseitiger Investitionsbereich, in dem Technologie und Innovation benötigt werden.

Bei Wasser zählen die Aufbereitung von Abwasser und Klärschlamm, Verschmutzung durch Plastikmüll, die Überfischung der Ozeane und die Wiederherstellung von Küstengebieten zu den wichtigen Themen. Es bieten sich Gelegenheiten bei der Wassereffizienz zur Reduzierung unseres Verbrauchs und bei der Wasserentsalzung.

An Land sind bei Plastik- und Abfallentsorgung sowie Biogas Maßnahmen erforderlich. Wir benötigen nachhaltige Landwirtschaft, Verpackungen, Forstwirtschaft und Düngemittel. Man forscht nach alternativen Proteinquellen und Möglichkeiten, die Wasserintensität der Lebensmittelherstellung zu verringern. Es besteht Bedarf an Umweltmessgeräten und Messtechnik.

Bei den Problemen im Zusammenhang mit der Luft findet man Kohlendioxidabscheidung und Filteranlagen zur Vermeidung von Luftverunreinigung.

Bei den menschlichen Ökosystemen müssen wir nicht zuletzt die Auswirkungen der gebauten Umwelt, den Bedarf an grünen Gebäuden und die Möglichkeiten der Effizienzsteigerung durch vertikale Landwirtschaft berücksichtigen.

Interessante Gelegenheiten im Umweltbereich

Es gibt eine große, weiter wachsende Zahl an Sektoren, Branchen und Unternehmen, die interessante Gelegenheiten bieten, Gutes zu tun, die Bekämpfung des Klimawandels zu unterstützen und gleichzeitig positive Anlagerenditen zu erzielen.

Alternative Proteine sind beispielsweise ein interessantes, neues Gebiet, aber es bieten sich auch Gelegenheiten bei der Industrialisierung von Kunststoffrecycling durch chemische Zerlegung und Wiederverwendung. Das Wachstum in diesem Bereich beschleunigt sich.

Auf traditionelleren Gebieten – Wind, Solar, Batterien und Elektroautos – schreitet die Entwicklung rasch voran, und besonders wichtig ist, dass es hier politische Unterstützung gibt.

In manchen Bereichen gibt es noch keine Technologie, bzw. wird diese noch nicht umfassend eingesetzt, z. B. bei der Entkarbonisierung von schwerer Transporttechnik wie Schiffe und Flugzeuge durch den effizienten Einsatz von Brennstoffzellen. Es wird an der Kernfusion geforscht, die keinen Atommüll erzeugt oder das Risiko von Kernschmelzen birgt.

Zusammenfassend sind die Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel durch die Pandemie nicht abgeklungen, und um sie zu lösen, werden Investitionen in Höhe mehrerer Billionen Dollar erforderlich sein. Wir sind davon überzeugt, dass sich Anlegern auf diesem Gebiet noch viele Jahrzehnte lang spannende, lohnende Gelegenheiten bieten werden.


Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, basieren auf den verfügbaren Informationen und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen.

Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück.

Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) wahrscheinlich einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen.

Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein.

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