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Market Weekly – Infrastrukturanleihen: Investieren in die Basis (zum Lesen oder Hören)

Während große Teile der Volkswirtschaft wegen der Coronavirus-Pandemie heruntergefahren werden mussten, brannte das Licht weiter, aus den Wasserhähnen floss Wasser und das Internet unterstützte uns bei vielem. Die Krise zeigte, wie wichtig die Infrastrukturen sind und erinnerte uns, wie solide Infrastrukturanleihen sein können. Warum das so ist, erläutert Karen Azoulay.

Hören Sie den Podcast mit Karen Azoulay, Head of Infrastructure Debt, oder lesen Sie unten den Artikel.

Infrastrukturanleihen: Stabiles Einkommen und Wert

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld, das sich beispielsweise durch geringe Renditen für Aktien und Anleihen auszeichnet, suchen Anleger weiter nach Einkommensquellen. So werden die Vorteile einer Allokation in Infrastrukturanleihen deutlich.

Diese Finanzierungsquelle für große Vermögenswerte, die wesentliche Dienstleistungen zur Verfügung stellen – von Flughäfen bis Abwasseraufbereitung – verfügt über zahlreiche interessante Eigenschaften, die sich alle durch eine gewisse Nachhaltigkeit auszeichnen.

Zu den Vorteilen für die Anleger zählen hohe Eintrittsbarrieren wie beispielsweise die erheblichen Summen, die zum Bau von Kraftwerken erforderlich sind, und regulatorische Beschränkungen für Anzahl der Mautstraßen in einem Land.

Die Preise für Infrastrukturdienstleistungen sind oft reguliert, was einerseits als Beeinträchtigung gewertet werden kann, aber andererseits ein stabiles Einkommen gewährleistet. In gewissem Maße schützt diese Indexierung der Preise vor dem Inflationsrisiko. Außerdem ist Infrastruktur auch nur mit einem geringen technologischen Risiko verbunden.

Anlegern bieten Infrastrukturanleihen eine Liquiditätsprämie als Ausgleich dafür, dass sie Anlagen halten, die typischerweise nicht schnell veräußert werden können und einen langfristigen Anlagehorizont erforderlich machen (siehe Diagramm 1). Diese Anlagen haben den Vorteil, dass ihre Performance in der Regel nicht mit derjenigen der Aktien- oder Rentenmärkte korreliert ist, was eine Anlage in Infrastrukturanleihen zu einem wertvollen Instrument für Portfoliodiversifizierung macht.

Diagramm 1: Renditeaufschläge europäischer Infrastrukturanleihen gegenüber Unternehmensanleihen mit vergleichbaren Ratings

Quelle: Bloomberg, BNP Paribas Asset Management. Unternehmensanleihen: Durchschnittliche, optionsbereinigte Spreads nach Kreditrating für Unternehmensanleihen außerhalb des Finanzsektors. Europäische Infrastrukturanleihen: Geschätzter Durchschnitt auf der Basis von Marktbeobachtungen; Mai 2021

Die Pandemie – Erster wirklicher Test für die Fundamentaldaten

Die Pandemie zeigte die Widerstandsfähigkeit von Infrastrukturanleihen. Sie war die erste große Herausforderung, seitdem die Anleger 2012/2013 Zugang zu dieser Anlageklasse bekamen (auf diesem Markt herrschten bis dahin Bankkredite vor). Unserer Analyse zufolge haben Infrastrukturanleihen die Schwierigkeiten gemeistert.

Die Volatilität auf diesem Markt blieb gering, und die Auswirkungen auf die Konditionen hielten sich im Rahmen. Allerdings gab es innerhalb der Anlageklasse Unterschiede: Am stärksten betroffen war der Transport, da die Mobilität abnahm. Mit der Wiedereröffnung der Volkswirtschaften erholten sich aber beispielsweise Mautstraßen schnell, und der Verkehr erreichte wieder seinen Umfang von vor der Krise. Bei den Flughäfen könnte es allerdings länger dauern, bis sie die erlittenen Einschränkungen überwunden haben.

Es liegt auf der Hand, dass es Bereiche gab, die nicht betroffen waren oder sogar davon profitierten, wie Versorgungsunternehmen und Telekommunikation.

Ausblick

Telekommunikation zählt zu den Segmenten, denen wir eine besonders vielversprechende Zukunft voraussagen. Der Aufstieg der Telekommunikation, und allgemeiner gesagt der Digitalisierung, hat eigentlich schon lange vor der Covid-Krise begonnen.

Der Boom von Homeoffice, elektronischem Handel und Online-Unterhaltung während der Lockdowns kann allerdings als Vorreiter einer größeren Nachfrage nach (der Finanzierung von) Datenmobilität und Konnektivitätsinfrastruktur wie Glasfasernetzen, Datencentern und Telekommunikationsmasten betrachtet werden.

Die Energiewende dürfte die Nachfrage nach Infrastruktur ebenfalls deutlich steigen lassen, und diesem Markt dürfte die starke politische Unterstützung von sauberer Energie und letztendlich einer Netto-Null-Wirtschaft zugutekommen. Es geht hier nicht nur um die Erneuerung existierender Energieinfrastruktur, sondern auch um die Finanzierung der Kosten für Versorgungsbetriebe, die kohlebasierte Kraftwerke ersetzen wollen.

Ein jüngerer Trend, der durch die Gesundheitskrise noch gefördert wurde, ist die Zunahme gesundheitsbezogener und anderer sozialer Infrastrukturtransaktionen. Zu diesen zählen spezialisierte Versorgungseinrichtungen, aber auch erschwinglicher Wohnraum und Freizeitinfrastrukturen wie Sportstätten und sogar Freizeitparks.

Von Natur aus widerstandsfähig

Die Qualität der Anlageklasse und ihre Fähigkeit, unabhängig von den Marktbedingungen ein stabiles Einkommen zu generieren, dürften dafür sorgen, dass Infrastrukturanleihen in den kommenden Jahren gut für Performance aufgestellt sind. Die Anlageklasse wird von starkem Rückenwind profitieren, der die Nachfrage nach Infrastruktur für die digitale Netto-Null-Wirtschaft der Zukunft antreibt.

Darüber hinaus dürfte der Infrastrukturmarkt mehr Finanzierung für Projekte benötigen, die unentbehrliche Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Aufgrund der Kombination aus diesem positiven Ausblick und den starken Fundamentaldaten der Anlageklasse dürften Infrastrukturanleihen unserer Meinung nach eine interessante Anlagegelegenheit bleiben.

Um sich einen umfassenden Überblick über die Rolle zu verschaffen, die europäische Infrastrukturanleihen in der Zeit nach Covid spielen können, lesen Sie European infrastructure debt: Resilient and essential in the post-Covid environment (Europäische Infrastrukturanleihen: Wiederstandsfähig und unentbehrlich in der Zeit nach Covid) von Karen Azoulay, Head of Infrastructure Debt und Lead Manager des BNP Paribas European Infra Debt Fund, ein mehrfach preisgekrönter Nachhaltigkeitsfonds.


Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und basieren auf den verfügbaren Informationen, womit sie ohne vorherige Ankündigung geändert werden können. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen.

Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück.

Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen.

Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein.

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