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Für Diversifizierung und Renditen: Private Debt und Real Assets

Anlagen in Private Debt und Real Assets unterscheiden sich insofern von den traditionellen Anleihen des öffentlichen Sektors, als sie Anlegern Vorteile wie interessantes Potenzial risikobereinigter Renditen und reelle Diversifizierung bieten können.

Die öffentlichen Märkte sehen sich Herausforderungen gegenüber. Sie sind bei Weitem nicht mehr so stark diversifiziert wie in der Vergangenheit: Die Globalisierung des Kapitals hat zu einer höheren Korrelation zwischen den Aktienmärkten einzelner Länder und Sektoren geführt. Darüber hinaus liegen die Zinsen in den meisten Industrieländern im niedrigen Bereich, so dass Staatsanleihen möglicherweise nicht länger als zufriedenstellende Absicherung riskanter Anlagen dienen können.

Was die Erträge betrifft, so sind die Renditeerwartungen börsennotierter Aktien zurückgegangen, während Staatsanleihen im Wert von mehreren Billionen Dollar mit negativer Rendite gehandelt werden. An den Märkten für Private Debt können Anleger sowohl positive Rendite als auch Einkommen erzielen, ohne die Volatilität, durch die sich die öffentlichen Märkte im – zugegebenermaßen außergewöhnlichen – Jahr 2020 auszeichneten.

2020: Widerstandsfähigkeit

Die Märkte für Private Debt erwiesen sich 2020 als ziemlich widerstandsfähig. Die Drawdowns öffentlich gehandelter Unternehmensanleihen erreichten 15-25%, bevor sie sich wieder erholten, während sich diese Rückgänge bei Private Debt auf 4-5 % beschränkten. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Bewertungen dieser Portfolios auf den Fundamentaldaten der Unternehmen beruhen und weniger durch die Stimmung beeinflusst werden.

Selbst auf dem Höhepunkt der Krise war es noch möglich, Anleihen mit Liquiditätsprämie zu finden, und genau das suchen Anleger in Private Debt. An den öffentlichen Märkten schnellten die Renditeabstände dagegen in die Höhe und machten die Liquiditätsprämien zunichte bzw. brachten sie – wenn auch manchmal nur für kurze Zeit – in den roten Bereich.

Seit Ende letzten Jahres bieten sich aufgrund des vorherrschenden Niedrigzins-Umfelds erneut interessante Liquiditätsprämien in den Segmenten des Marktes für Private Debt. Unserer Meinung nach blieben die privaten Märkte auch während der Krise interessant und bieten weiterhin Gelegenheiten (siehe unten).

Die Auswirkungen von COVID-19

Durch die Pandemie entstanden drei Gruppen von Kreditnehmern, die noch über Jahre weiter bestehen könnten:

  1. Unternehmen aus schwer betroffenen Sektoren, die ihre Geschäftsmodelle überdenken müssen, wenn die Krise abklingt. Ein Beispiel ist die Luftfahrt.
  2. Unternehmen aus schwer betroffenen Sektoren, die aber auf Märkten mit soliden Fundamentaldaten aktiv sind und die mit einer starken Erholung rechnen können, wenn die Volkswirtschaften wieder öffnen und die Einschränkungen aufgehoben werden. Hierzu zählen Tourismus und die Veranstaltungsbranche.
  3. Unternehmen aus Sektoren, die sich während der Pandemie als widerstandsfähig erwiesen oder sogar von dieser profitiert haben, wie Gesundheitswesen, IT und Telekommunikation.

Es besteht weiterhin starkes Interesse an den Märkten für Private Debt. Die Anleger verstehen heute besser, dass die Märkte dafür umfassend sind und trotz der Risiken sektorübergreifend gute Gelegenheiten bieten können.

Gelegenheiten

Insbesondere bei Infrastruktur Debt erkennen wir aufgrund des Status als sicherer Hafen Gelegenheiten, die man aber auf jeden Fall genau betrachten muss. So ist der Ausblick für Flughäfen und Luftverkehr beispielsweise schwierig. Zwei Bereiche, die uns sympathisch sind, sind Unternehmens- und Gewerbeimmobilien. Das Risiko ist in diesen Segmenten zwar aufgrund der Auswirkungen der Pandemie gestiegen, aber in Segmenten wie Logistik gibt es nach wie vor Gelegenheiten zur Wertschöpfung.

Anhaltender Fokus auf Nachhaltigkeit

Unabhängig von der Gesundheitskrise sind wir davon überzeugt, dass es wichtig ist, bei Anlagen in Unternehmen des privaten Sektors Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Bei einem Infrastrukturprojekt, das sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken kann, wirken sich Nachhaltigkeitsfaktoren beispielsweise auf die Fähigkeit des Kreditnehmers zur Tilgung seiner Schulden aus. Wenn man für die nächsten 10, 20 oder 30 Jahre eine Position in einer derartigen, illiquiden Anlage aufbaut, ist ein solides Profil in Bezug auf umwelt-, sozial- und governancebezogene Aspekte daher wichtig.

In diesem Zusammenhang halten wir die gründliche Bewertung der Kreditnehmer für wichtig, auch wenn dieser Prozess aufwändiger ist als bei Unternehmen des öffentlichen Sektors. Da Unternehmen des öffentlichen Sektors börsennotiert sind, sind sie zur regelmäßigen Berichterstattung über alle Aspekte ihrer Geschäftsaktivität verpflichtet. An den privaten Märkten ist der Zugang zur Information oft weniger automatisch bzw. schwieriger.

Wir bemühen uns, Elemente wie den Netto-Umweltbeitrag zu messen und mit dem Durchschnitt des Anlageuniversums zu vergleichen, um herauszufinden, ob die Auswirkungen insgesamt positiv oder negativ sind. Wir untersuchen auch die CO2-Emissionen und die Übereinstimmung des Projekts mit dem Pariser Klimaschutzabkommen.

Wir sind davon überzeugt, dass unsere Ausrichtung auf Nachhaltigkeit der Rendite zugutekommt. Diese dient uns als Instrument zur Wertpapierauswahl, um ungeeignete Anlagen zu meiden, und sie hat sich als zuverlässiger Indikator für die Qualität eines Projekts erwiesen.

Hören Sie auch den Podcast mit David Bouchoucha


Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, basieren auf den verfügbaren Informationen und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen.

Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück.

Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) wahrscheinlich einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen.

Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein.

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