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Trends an den Aktienmärkten im November 2017

Aktien trotz Gewinnmitnahmen weiter auf dem Vormarsch

Trotz des etwas holprigen Monatsbeginns konnten die globalen Aktienmärkte im November im positiven Bereich schließen (MSCI AC World +1,8 % in US-Dollar), was ihnen damit bereits den 13. Monat in Folge gelang. Die Märkte der Schwellenländer verzeichneten geringere Gewinne (MSCI Emerging +0,2 % in US-Dollar). Bedingt war dies durch rückläufige Entwicklungen bei lateinamerikanischen Märkten (z. B. der brasilianische Index Bovespa –3,2 %, in Landeswährung) und sehr geringe Gewinne in den Schwellenländern Asiens, die durch den Renditeanstieg bei chinesischen Anleihen erschüttert wurden. Die beste Entwicklung unter den Industrieländern verzeichneten Japan (Nikkei 225 +3,2 %) und die USA (S&P 500 +2,8 %). An den europäischen Märkten gaben die Kurse hingegen nach (EURO STOXX 50 –2,8 %).

Aktien trotz Gewinnmitnahmen weiter auf dem Vormarsch

Trotz des etwas holprigen Monatsbeginns konnten die globalen Aktienmärkte im November im positiven Bereich schließen (MSCI AC World +1,8 % in US-Dollar), was ihnen damit bereits den 13. Monat in Folge gelang. Die Märkte der Schwellenländer verzeichneten geringere Gewinne (MSCI Emerging +0,2 % in US-Dollar). Bedingt war dies durch rückläufige Entwicklungen bei lateinamerikanischen Märkten (z. B. der brasilianische Index Bovespa –3,2 %, in Landeswährung) und sehr geringe Gewinne in den Schwellenländern Asiens, die durch den Renditeanstieg bei chinesischen Anleihen erschüttert wurden. Die beste Entwicklung unter den Industrieländern verzeichneten Japan (Nikkei 225 +3,2 %) und die USA (S&P 500 +2,8 %). An den europäischen Märkten gaben die Kurse hingegen nach (EURO STOXX 50 –2,8 %).

Zurückzuführen war diese schlechte Entwicklung an den Märkten der Eurozone auf die bis Mitte des Monats starken Kursrückgänge, die auch durch das spätere Anziehen der Kurse nicht ausgeglichen werden konnten.

Abbildung 1: Globale Aktien sind 13 Monate in Folge gestiegen

NovemberQuelle: Bloomberg, BNP Paribas Asset Management, Stand. 30.11.2017

Europäische Aktien fest im Griff der EZB

Für die Trends an den europäischen Märkten waren vor allem die Erwartungen zur Geldpolitik der EZB bestimmend. Aktienanleger hatten zwar die Entscheidungen vom 26. Oktober begrüßt und es gab zudem Hinweise auf eine entgegenkommende zukünftige Zinspolitik. Im November allerdings riefen uns mehrere Mitglieder des EZB-Rates in Erinnerung, dass die quantitative Lockerung nicht für immer andauern wird. Genauer gesagt traten im EZB-Rat Meinungsverschiedenheiten auf, was allerdings nicht bedeutet, dass die EZB vorhat, ihre Geldpolitik übereilt zu normalisieren. Beeinträchtigt wurden die Märkte der Eurozone auch durch das Erstarken des Euros im Monatsverlauf (er legte im Vergleich zu einem Währungskorb um 1,3 % zu).

Aufgrund dieser beiden Faktoren konnten Aktien nicht gänzlich von den sehr günstigen Wirtschaftsindikatoren profitieren. Der PMI Composite Index, in dem die Ansichten von Einkaufsmanagern im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich zum Ausdruck kommen, erreichte im November mit 57,5 Punkten ein 79-Monats-Hoch, ein Hinweis auf 0,8 % BIP-Wachstum (nach 0,6 % im dritten Quartal). Der Wirtschaftsklimaindex der Europäischen Kommission befindet sich auf einem 17-Jahres-Hoch, und in Deutschland übertraf der ifo-Geschäftsklimaindex die Erwartungen und erreichte einen neuen Rekordstand. Diese äußerst ermutigenden Umfragedaten fanden ihren Ausdruck im Anstieg der Kurse in der zweiten Monatshälfte, und folglich schnitten einige zyklische Sektoren (Automobilhersteller und Grundstoffe) überdurchschnittlich gut ab.

Abbildung 2: Solide Wirtschaftsdynamik in der Eurozone

NovemberQuelle: Bloomberg, Markit, BNP Paribas Asset Management, Stand. 30.11.2017

Aktien in USA und Japan weiter gestiegen

Dank der noch soliden Wirtschaftsindikatoren und aufgrund von Entwicklungen, die darauf hindeuteten, dass der US-Kongress Steuersenkungen früher als erwartet genehmigen würde, legten US-Aktien zu. Das US-Repräsentantenhaus und der Senat werden zwar weiter um die Details feilschen, jedoch begrüßten Anleger die anscheinend gemachten Fortschritte sowie die Aussicht auf eine gewisse Deregulierung. Zyklische Aktien schnitten im November am weitaus besten ab, mit Ausnahme von IT-Aktien, wo es zu Gewinnmitnahmen kam. Dennoch stieg der Sub-Index seit Jahresbeginn um 37 %, der S&P 500 hingegen um 18,2 %.

In Japan wurden Anfang November teilweise Gewinne mitgenommen, nachdem es im Oktober dank solider Unternehmenszahlen und aufgrund des schwächeren Yens zu einem starken Anstieg der Kurse gekommen war. Mittlerweile deutet das wirtschaftliche Umfeld darauf hin, dass die Bank of Japan trotz einiger Feinjustierungen, die sie in letzter Zeit vorgenommen hat, ihre entgegenkommende Geldpolitik beibehalten wird. Den vom Export bestimmten Sektoren ist es sehr gut ergangen.

Abbildung 3: Kurse europäischer Aktien im November gefallen

NovemberQuelle: Bloomberg, BNP Paribas Asset Management, Stand. 30.11.2017

Highlights neben den Aktienmärkten:

  • Die OPEC hat beschlossen, die Vereinbarung über die Kürzung der Produktion zu verlängern

Auf ihrem Gipfel am 30. November beschlossen die OPEC und ihre Partner, die Vereinbarung über die Kürzung der Produktion um weitere neun Monate bis Ende 2018 zu verlängern. Angesichts der von einigen wichtigen Akteuren bereits zuvor abgegebenen Erklärungen kam diese Entscheidung nicht überraschend. Nachdem sich der Ölpreis der Sorte WTI der Marke von 59 US-Dollar genähert hatte (ein Hoch seit Mitte 2015), betrug er am Ende des Monats 57,4 US-Dollar je Barrel, dies entspricht einem Monatsplus von 5,6 %.

Abbildung 4: Ölpreise im Verlauf der letzten 12 Monate

NovemberQuelle: Bloomberg, BNP Paribas Asset Management, Stand. 30.11.2017
  • Flachere Renditekurve bei US-Treasuries

Das Highlight am US-Anleihemarkt war die anhaltende Abflachung der Renditekurve, die den Spread zwischen den Renditen von 10-jährigen und 2-jährigen Anleihen zeitweilig auf unter 60 Basispunkte drückte, den im laufenden Zyklus niedrigsten Stand. Anfang des Jahres betrug der Spread noch 130 Basispunkte. Die Aussicht auf eine Leitzinsanhebung im Dezember ließ die Renditen 2-jähriger Anleihen im November um 18 Basispunkte anziehen (auf 1,78 %), die Renditen langfristiger Anleihen blieben hingegen trotz solider Wirtschaftsindikatoren gleich. Die Inflation ist im Vergleich zum Tempo des Wirtschaftswachstums nach wie vor „enttäuschend“ (obwohl die Arbeitslosenquote im Oktober auf 4,1 % gefallen ist), und dies begrenzt den Aufwärtsdruck auf die Renditen langfristiger Anleihen in einem Umfeld, in dem sich die US-Notenbank anscheinend noch Gedanken um die Inflationsaussichten macht und die Märkte nur eine leichte Straffung der Zinspolitik im Jahr 2018 miteinpreisen. Bei seiner Anhörung im Senat gab sich der zukünftige Chef der US-Notenbank als starker Befürworter von Kontinuität zuerkennen.

Schrillende Alarmglocken für risikoreiche Anlageformen oder bloß eine Verschnaufpause? 

Die Märkte für risikoreiche Anlageformen erhielten im November eine deutliche Warnung. Globale Aktien insgesamt lagen Ende des Monats zwar im positiven Bereich. Bei den Märkten der Eurozone war das jedoch nicht der Fall, ihre Kurse mussten im Vergleich zum Vormonat Verluste hinnehmen. Von seinem Hoch am 1. November bis zu seinem (Intraday-)Tief am 15. November verlor der EURO STOXX 50 ganze 5,1 %, ein jäher Rückgang in nur wenigen Tagen. War das ein Anzeichen dafür, dass die Anleger ihre Sichtweise gerade ändern und dass für Aktien schwierigere Zeiten bevorstehen, oder haben Aktien nach ihrer in diesem Jahr bisher starken Fahrt lediglich eine Verschnaufpause eingelegt? In Anbetracht der soliden Wirtschaftsindikatoren, darunter Umfragen zur Wirtschaftsaktivität und zum Wirtschaftsklima, sowie der Zahlen und Fakten ist es kaum vorstellbar, dass das kursoptimistische Szenario völlig ad acta gelegt wird. Angesichts des günstigen Momentums zum Jahresende und der Aussicht auf eine weitere Beschleunigung des globalen Wachstums, von 3,1 % im Jahr 2016 auf 3,6 % im Jahr 2017 und 3,7 % im Jahr 2018 (laut OECD) sieht das wirtschaftliche Umfeld noch immer vielversprechend aus.

Selbstverständlich sind makroökonomische Faktoren nicht die einzigen Treiber für die Aktienmärkte. Einige technische Indikatoren sowie Indikatoren für das Wirtschaftsklima haben Fragen aufgeworfen, besonders in Bezug auf Aktien in den USA, wo der S&P 500 weiter eine Rekordmarke nach der anderen aufstellt. Im Zeitraum zum Jahresende ist das Handelsvolumen im Allgemeinen geringer, und das könnte ebenfalls eine Rolle spielen. Mit Blick darauf könnten die Märkte gut und gern wieder eine „Verschnaufpause“ einlegen, besonders als Reaktion auf politische Entwicklungen oder auf Kommentare von Zentralbanken. Letztendlich werden sich die Anleger aber wohl an den Fundamentaldaten orientieren, diese sind nach wie vor solide.


Verfasst am 30.11.2017

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