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Wöchentlicher Marktüberblick – Den Wert festverzinslicher Anlagen erschließen (zum Lesen oder Hören)

Auf den ersten Blick könnten die Rentenmärkte derzeit wie Wüsten wirken: sie bieten kaum oder überhaupt keine Rendite, weite Bereiche sind völlig unproduktiv oder generieren sogar negative Renditen. Wer das so sieht, meint Jean-Paul Chevé, Leiter des Fixed Income Insurance Teams in der Specialty Fixed Income Product Group, ist sich der zahlreichen Gelegenheiten nicht bewusst, die sich hier ergeben können.  


Lesen Sie den Artikel oder hören Sie den Podcast mit Jean-Paul Chevé über das interessante Renditepotenzial, das sich Anlegern bietet, die mit angemessenem Anlagehorizont in das umfassende Anlageuniversum investieren und dessen Wert erschließen, besonders bei Unternehmensanleihen.


Wie beurteilen Sie die aktuellen Märkte für festverzinsliche Anlagen?

Die Märkte für festverzinsliche Anlagen haben es derzeit schwer, allerdings nicht schwerer als in den letzten zehn Jahren.

Wenn wir an die 1990er Jahre zurückdenken, stellen wir fest, dass das Umfeld für festverzinsliche Anlagen damals völlig anders war. Als die französische Staatskasse im Jahr 1998 die erste französische inflationsgekoppelte Anleihe emittierte, betrug die Nominalrendite rund 5 % und die Breakeven-Inflation lag bei 2 %, so dass sich eine Realrendite von 3 % ergab.

Heute ist die Breakeven-Inflationsrate ungefähr gleich, die Realrendite beträgt jedoch rund minus 1,5 %. Das ist eine drastische Veränderung, aber wir müssen inzwischen seit zehn Jahren mit niedrigen Realrenditen leben.

An den Märkten für festverzinsliche Anlagen erfolgten strukturelle Veränderungen. Ich sehe keinen Grund dafür, in der nahen Zukunft einen wesentlichen Anstieg der Realrenditen zu erwarten. Diese Erwartung stellt für unsere Wahrnehmung der Gelegenheiten bei festverzinslichen Anlagen ein wichtiges Element dar.

Unser Ansatz besteht in der Kombination zweier verschiedener Anlagestile: 

  • Ein langfristiger Anlageansatz, den wir zugrunde legen, um Wertpapiere für Buy-and-Hold-Absicherungsportfolios auszuwählen. Hiermit meine ich Anlagen nach dem Prinzip ‚buy-and-enhance‘ (kaufen und verbessern). Jede einzelne Anlage wird im Hinblick auf den Wert analysiert, den sie auf lange Sicht generieren kann. Im Mittelpunkt unseres Prozesses stehen bei der Wertpapierauswahl Gründlichkeit bis ins kleinste Detail und eine rigorose Analyse.
  • Ein aktiver Ansatz mit einem kürzeren Anlagehorizont, der das Ziel verfolgt, höhere Renditen als eine Standard-Multisektor-Benchmark für die Eurozone (z. B. der Euro Aggregate Index) zu erwirtschaften. Wir verwalten aktiv die Durationsexposure, die Positionierung auf der Renditekurve, die Emittentenauswahl und die Positionierung in der Kapitalstruktur des Emittenten. 

Jeder dieser beiden Anlagestile verfügt über Stärken und Schwächen. Durch ihre Kombination möchten wir von jedem die besten Eigenschaften nutzen. Das Ergebnis ist ein gründlicher Prozess zur Identifizierung festverzinslicher Instrumente, die über einen langfristigen Anlagehorizont potenziell Wert bieten. Wir sind bestrebt, im gesamten Spektrum der Märkte für festverzinsliche Anleihen das Potenzial für hohe Renditen zu erschließen.

Welchen Anlagehorizont und welches Anlageuniversum legen Sie zugrunde?

Als aktiver Manager verfolgen wir das Ziel, über einen rollierenden Dreijahreszeitraum unsere Benchmark zu übertreffen. Wir schauen über das nächste Quartal oder Jahr hinaus, um den potenziellen Wert festverzinslicher Instrumente zu erkennen. Wir sind Investoren, keine Trader. 

Unsere Benchmark (Bloomberg Barclays Euro Aggregate Bond RI) dient lediglich dem Performancevergleich. Ich will damit sagen, dass unsere auf starker Überzeugung basierende Strategie nicht von einer Benchmark abhängig ist. Ihre Performance kann vorübergehend stark von derjenigen der Benchmark abweichen. Unser Ziel ist es, mit einem diskretionär verwalteten Portfolio, das in Schuldtiteln angelegt ist, auf mittlere Sicht Wertzuwachs zu erzielen.

Wir investieren überwiegend in auf europäische Währungen lautende Unternehmens- und Staatsanleihen. Die Richtlinien dieser Strategie erlauben eine Allokation von bis zu 50 % in verschiedenen Kategorien, z. B. bedingte Pflichtwandelanleihen und nachrangige Schuldtitel.

Wir legen in Instrumenten mit einem Mindestrating von BB-/Ba3/BB- (S&P / Moody's / Fitch) oder einem gleichwertigen Rating an. Wertpapiere mit einem schlechteren Rating als Investment Grade BB+/Ba1/BB+ bzw. BB-/Ba3/BB- (S&P / Moody's / Fitch) dürfen nicht mehr als 20 % der Anlagen unseres Portfolios ausmachen.

Im Folgenden ein repräsentatives Portfolio, das einen Eindruck von den Sektorallokationen vermitteln soll, die wir in unserer auf starker Überzeugung basierenden Strategie halten können:

Wir streben an, mit Hilfe eines ganzheitlichen Ansatzes über einen rollierenden Dreijahreszeitraum die Benchmark zu übertreffen. Hierzu positionieren wir uns in den besten Segmenten der Unternehmensanleihemärkte, um von hohem Carry und ‚Herunterrollen‘ an der Zinskurve zu profitieren.

Wir sind in der Lage, Instrumente mit extrem interessantem Renditepotenzial zu finden. Besonders gründlich untersuchen wir beispielsweise von Finanzinstituten emittierte Anleihen. Diese verfügen im Allgemeinen über eine umfassende Hierarchie, die es uns ermöglicht, Anleihen aus der Kapitalstruktur auszuwählen, zum Beispiel nachrangige Anleihen mit interessanten Renditeabständen gegenüber Staatsanleihen. Wenn wir es für interessant halten, können wir auch in Rentenanleihen investieren.

Wir sind davon überzeugt, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, an den Rentenmärkten Wert zu finden, vorausgesetzt, man konzentriert sich auf langfristige Visibilität. Wir verwalten unsere Portfolios mit Hilfe von modifizierter Duration oder Zinssensitivität. Derzeit beträgt die Duration des Portfolios 8 - 8,5 Jahre. Das kann zeitweise zu Volatilität führen, die aber nie so stark sein dürfte, dass sie nicht mit unserem dreijährigen Anlagehorizont vereinbar ist.  

Positionen in Kreditinstrumenten zu halten setzt voraus, dass man sich Zeit nimmt, um die besten Ergebnisse zu erzielen, dass man sich für eine Position ein Ziel setzt und bereit ist, sie über mehrere Jahre zu halten.

Stellen festverzinsliche Anlagen also heute eine Alternative zu Aktien dar?

Ja, natürlich. Vergessen Sie nicht, dass es sich bei Aktien um nichts anderes handelt als den Hoffnungsschimmer zwischen Aktiva und Passiva.

Festverzinsliche Instrumente bieten den Anlegern dagegen insofern eine bessere Visibilität, als die Cashflows über einen längeren Zeithorizont sicher sind. Es ist durchaus möglich, dass es vorübergehend zu Volatilität kommt und die Performance unserer auf starker Überzeugung basierenden Strategie dann hinter derjenigen der Benchmark zurückbleibt.

Unsere Strategie wurde allerdings mit dem Ziel konstruiert, über einen rollierenden Dreijahreszeitraum bei einem völlig anderen Risikoprofil als ein Aktienportfolio sehr hohe Renditen zu generieren.


Any views expressed here are those of the author as of the date of publication, are based on available information, and are subject to change without notice. Individual portfolio management teams may hold different views and may take different investment decisions for different clients. The views expressed in this podcast do not in any way constitute investment advice.

The value of investments and the income they generate may go down as well as up and it is possible that investors will not recover their initial outlay. Past performance is no guarantee for future returns.

Investing in emerging markets, or specialised or restricted sectors is likely to be subject to a higher-than-average volatility due to a high degree of concentration, greater uncertainty because less information is available, there is less liquidity or due to greater sensitivity to changes in market conditions (social, political and economic conditions). 

Some emerging markets offer less security than the majority of international developed markets. For this reason, services for portfolio transactions, liquidation and conservation on behalf of funds invested in emerging markets may carry greater risk.  

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