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Ausblick 2018 – Keine Inflation in Sicht

Die Weltwirtschaft wächst und wächst...

Was für eine Veränderung innerhalb eines Jahres: "Die seit Mitte 2016 laufende globale Konjunkturerholung festigt sich weiter“, so äußerte sich der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner jüngsten Ausgabe des Weltwirtschaftsausblicks. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) teilt diese positive Einschätzung, ebenso wie die Analysten, die ihre Wachstumserwartungen – insbesondere für die Eurozone – in den letzten Monaten mehrfach nach oben geschraubt haben.

Die Weltwirtschaft wächst und wächst...

Was für eine Veränderung innerhalb eines Jahres: "Die seit Mitte 2016 laufende globale Konjunkturerholung festigt sich weiter“, so äußerte sich der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner jüngsten Ausgabe des Weltwirtschaftsausblicks. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) teilt diese positive Einschätzung, ebenso wie die Analysten, die ihre Wachstumserwartungen – insbesondere für die Eurozone – in den letzten Monaten mehrfach nach oben geschraubt haben.

...aber die Inflation bleibt niedrig

Wir glauben, dass die Ökonomen, Anleger und Zentralbanker 2018 eine Art Déjà-vu erleben werden. Schon seit ein paar Jahren verharrt die Inflation auf niedrigem Niveau. Sie beläuft sich weltweit auf weniger als 3 % und in den OECD-Ländern auf weniger als 2 %, während die großen Volkswirtschaften über ihrem Potenzial wachsen oder kurz vor der Vollbeschäftigung stehen. Mittlerweile bezweifeln die Wirtschaftswissenschaftler, ob die Phillips-Kurve, die den Zusammenhang zwischen Inflation (durch Löhne) und Arbeitslosenquote beschreibt, überhaupt noch Gültigkeit besitzt.

Was kann man 2018 erwarten?

  • Die Entwicklung in den großen Industrieländern dürfte im Großen und Ganzen weiterhin den aktuellen Trends folgen; externe oder interne Schocks und somit eine Rezession sind nicht zu erwarten. Diese Prognose steht im Einklang mit den Vorhersagen von internationalen Organisationen wie dem IWF und der OECD, die darauf hinweisen, dass das Wachstum weiter an Fahrt aufnimmt und der Aufschwung international synchronisierter verläuft. Die beiden Institutionen werfen zudem bezüglich der mittelfristigen Entstehung von "nachhaltigem und integrativem" Wachstum die gleichen Fragen auf, und sie unterstreichen, wie wichtig es ist, dass Führungskräfte längerfristig denken und Strukturreformen umsetzen.
  • Wir teilen diese Ansicht, insbesondere in Bezug auf das strukturelle Risiko wachsender Ungleichheiten. Allerdings beschränken wir unsere Analyse auf die kurzfristigen Erwartungen, die die Finanzmärkte in den kommenden Monaten beeinflussen dürften.
  • Unsere Vision für 2018: Die großen Volkswirtschaften wachsen weiterhin in einem Tempo, das ungefähr ihrem Potenzial entspricht, da sich die Produktionslücken in den Vereinigten Staaten und in Japan schließen, während sie im Vereinigten Königreich und im Euroraum sinken. Die Weltwirtschaft wächst ohne wesentliche Ungleichgewichte – auch in den Schwellenländern. Daher dürften die Zentralbanken die geldpolitische Normalisierung fortführen, wenngleich mit erheblichen Unterschieden.

Welche Risiken sehen wir für 2018?

  • Wir sehen das größte Risiko darin, dass das Wachstum deutlich über seinem Potenzial liegt und dass dadurch die Inflation schnell und anhaltend steigt, während die Zentralbanken nicht schnell genug gegensteuern und/oder versuchen, dieses Goldlöckchen-Szenario künstlich in die Länge zu ziehen. Dieser geldpolitische Fehler wiederum wird die globalen Anleihenmärkte massiv unter Druck setzen.
  • Was exogene Schocks anbelangt, so sehen wir immer noch ein Risiko durch protektionistische Bestrebungen, wenn man bedenkt, auf welche Weise die Trump-Regierung Ende 2017 die Neuverhandlungen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) geführt hat.

Was wünschen wir uns für 2018?

  • Wir hoffen für Wirtschaft und Finanzmärkte das Beste: ein noch höheres potenzielles und reales Wachstum der Weltwirtschaft mit einer weiterhin niedrigen Inflation. Hierfür wären Produktionssteigerungen erforderlich, und zwar durch bedeutende (naturgemäß nicht vorhersagbare) Innovationen, die alle Wirtschaftssektoren durchdringen, und/oder durch eine Anpassung der Produktionsabläufe (durch strukturelle Reformen).
  • Unausgesprochen wünschen sich das auch die OECD und die Europäische Kommission. Europa ist gestärkt aus der Staatsschuldenkrise hervorgegangen und scheint gut für Reformen gerüstet, die in den kommenden Jahren zu einem Anstieg des Wachstumspotenzials führen könnten.
  • Bis Ende 2017 hat sich bestätigt, dass sich die Weltwirtschaft erholt hat, ohne dass die Inflation gestiegen ist. Diese und andere Tatsachen erhöhen unserer Ansicht nach deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass Goldlöckchen 2018 aufwachen wird. Die Finanzmärkte beziehen sich auf das Märchen „Goldlöcken und die drei Bären“, um eine Wirtschaft zu beschreiben, die stark genug ist, um das Wachstum von Unternehmensgewinnen zu sichern, aber ohne Überhitzung, die eine straffere Geldpolitik zur Vermeidung eines Inflationsschubes erfordern würde. Die Konjunktur ist „genau richtig“ – so wie im Haus der drei Bären nur der Brei in einer der drei Schüsseln weder zu kalt noch zu heiß und nur eines der drei Betten weder zu hart noch zu weich ist.

Lesen Sie jetzt der Jahresausblick 2018

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