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Vor, während und nach COVID-19: Die große Instabilität

Die große Instabilität: Mit diesem Begriff haben wir im letzten Jahr – im Rahmen unseres Ausblicks auf 2020 – die Zerbrechlichkeit der Weltwirtschaft beschrieben. Damit wollten wir den Kontrast zu der Periode vor der Finanzkrise ausdrücken, in der es schien als hätte die Wirtschaft eine stabile Balance gefunden.

Corona verstärkt nun die instabile Phase, sodass wir mit unserer damaligen Prognose leider mehr als richtigliegen.

Regierungen und Zentralbanken verfolgen mit höchster Priorität die Aufgabe, die Bevölkerung zu schützen und den Zusammenbruch der Wirtschaft zu verhindern.

Professionelle Anleger müssen die Entwicklung der Pandemie verfolgen und versuchen, die Reaktionen der Märkte aus unterschiedlichen Perspektiven einzuschätzen.

Dieser Artikel geht insbesondere darauf ein, wie wichtig es ist, die mittelfristige Zeitspanne nicht aus den Augen zu verlieren. Die Gesellschaft wird letztendlich den Krieg gegen das Virus gewinnen, aber das System wird weiterhin fragil bleiben.

In diesem Zusammenhang haben wir fünf Lektionen ausgearbeitet:

1. Das Left-Tail Risiko wird bleiben: Die Pandemie ist nicht die Ausnahme von der Regel, sondern der letzte in einer langen Reihe von tiefgreifenden Schocks. Diese Left-Tail Risiken bedrohen die Stabilität des Systems, werden aber bei Prognosen allzu leicht übersehen. Die Welt ist volatiler als es den Eindruck erweckt.

2. Ein fragiles Ökosystem: Heutzutage hat ein dichtes Netz schlank aufgestellter Unternehmen mehrere Schritte des Fertigungsprozesses ausgelagert, verfügt nur noch über minimale Lagerbestände und ist stark technikabhängig. Die Globalisierung, der technologische Wandel und der Wettbewerb haben die Welt effizient, aber auch anfällig für große disruptive Schocks gemacht.

3. Der Staat muss handeln: Die Regierung ist als einziger Akteur in der Lage, Ressourcen zu mobilisieren, um vor Left-Tail Risiken zu schützen, bevor sie eintreten. Die entschlossene Reaktion auf die Pandemie zeigt erneut: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Voraussetzung dafür sind jedoch technische Kompetenz, ein funktionierendes politisches System und das Vertrauen der Wähler.

4. Die Allzweckwaffe gibt es nicht mehr: Sowohl Anleger als auch die Politik verlassen sich inzwischen darauf, dass die Zentralbanken „alles Notwendige tun“, um jeden Schocks zu bewältigen und die Wirtschaft und die Märkte vor Left-Tail Risiken zu schützen. Leider hat die Fähigkeit der Zentralbanken, die Wirtschaft zu unterstützen, zunehmend abgenommen, sodass das System anfälliger geworden ist. Der geldpolitische Spielraum, der vor dem Virus noch bestand, wurde in den letzten Wochen fast aufgebraucht.

5. Was kommt danach: Die Pandemie wird die Gesellschaft womöglich grundlegend verändern. Aus ihr können wir lernen, mit Left-Tail Risiken umzugehen, uns dem Klimawandel entschlossen entgegenzustellen und die Verantwortung des Staates auszuweiten. Dauerhaft können sich ebenso unsere Konsumgewohnheiten und die Art zu arbeiten ändern.

Wer langfristig investieren möchte, sollte sich diese fünf vor Augen halten. Klicken Sie hier, um das vollständige White Paper von Richard Barwell über diese fünf wichtigsten Lektionen sowie die Große Instabilität und die Rolle, die COVID-19 dabei spielt, zu lesen.


Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, basieren auf den verfügbaren Informationen und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen.

Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück.

Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) wahrscheinlich einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen.

Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein.

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